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EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab

08.01.2013 | 12:00 Uhr
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EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab
Ein Überweisungsformular mit IBAN und BIC.Foto: Bernhard Classen

Siegen.   Banken, Sparkassen und Kommunen arbeiten zur Zeit mit Hochdruck an der Umsetzung des neuen Zahlungsverkehrssystems SEPA. Dies wird ab 2014 den inländischen Zahlungsverkehr erheblich verändern.

Der Countdown läuft: Ab dem 1. Februar 2014 sind Kontonummer und Bankleitzahl Geschichte. Dann werden sämtliche Überweisungen und Lastschriften nur noch mit der so genannten IBAN und dem BIC abgewickelt. Für Verbraucher und Unternehmen wird sich im bargeldlosen Zahlungsverkehr einiges ändern. Banken, Sparkassen und Kommunen bereiten sich zur Zeit mit Hochdruck darauf vor.

Was das für Bürger und Unternehmen bedeutet, erklärte Werner Krumm von der Sparkasse Siegen. Der 56-Jährige leitet die Abteilung „Passivgeschäfte und Dienstleistungen“ und ist bei der Sparkasse verantwortlich für die Umstellung auf das SEPA-System. Christoph Klein und Ulrike Bernutat-Buchmann erläuterten, wie sich die Kommunen auf das neue Zahlungsverkehrssystem vorbereitet. Für die Kommunale Datenzentrale (KDZ) Westfalen-Süd verwalten sie die Finanzdaten von 18 Städten und Gemeinden in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.

Was ist SEPA?

SEPA ist die Abkürzung für Single Euro Payments Area, zu deutsch: einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Das Ziel: Inländischer und ausländischer Zahlungsverkehr sollen einander angeglichen werden, um Kosten für Verbraucher und Unternehmen mittelfristig zu senken. In 32 teilnehmenden Ländern sind sämtliche Kontoinhaber von den Änderungen betroffen, die ab dem 1. Februar 2014 verbindlich umgesetzt werden müssen. Die Änderungen gelten für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in Euro.

Was ändert sich für Verbraucher?

Statt Kontonummer und Bankleitzahl werden zukünftig die IBAN und der BIC verwandt, um Zahlungen abzuwickeln. Die IBAN ersetzt die Kontonummer, der BIC die Bankleitzahl. Der BIC allerdings wird bei inländischen Zahlungen ab Februar 2014 gar nicht mehr notwendig sein. Nur bei Zahlungen ins Ausland wird er noch bis 2016 eine Rolle spielen. Die Informationen zu BIC und IBAN sind bereits seit 2003 auf jedem Kontoauszug ersichtlich. Die gravierendste Änderung: Bis dato waren deutsche Kontonummern maximal zehnstellig, die IBAN hingegen kann bis zu 34 Stellen umfassen. Die Vordrucke für Überweisungen passen die Banken und Sparkassen entsprechend an. Dafür fallen beleghafte Lastschriften komplett weg, diese können Kunden nur noch elektronisch einreichen. Automatische Zahlungen wie zum Beispiel Daueraufträge stellen die Banken und Sparkassen automatisch auf das neue System um, Kunden müssen nichts veranlassen. „Wir versuchen, die Umstellungen für unsere Kunden so einfach wie möglich zu gestalten“, sagt Werner Krumm von der Sparkasse Siegen.

Für Kunden, die sich nicht so schnell an die Neuerungen gewöhnen, ermöglicht die SEPA-Verordnung den Banken, bis zum 1. Februar 2016 von Verbrauchern weiterhin die bekannten althergebrachten Kontokennungen entgegenzunehmen. In diesem Fall führen die Banken eine kostenlose und sichere Konvertierung in die IBAN durch.

Was ändert sich für die Kommunen?

Die Städte verwalten eine große Anzahl einzelner Zahlungsvorgänge, bei der Stadt Siegen sind es allein bei Steuerzahlungen bis zu 160 000 jährlich. Der Großteil entfällt dabei auf die kommunale Grundsteuer. Davon werden bis zu 70 Prozent per Einzugsermächtigung eingezogen, folglich sind die Änderungen beim Lastschriftverfahren für die Städte und Gemeinden besonders relevant. Die Kommunen beschäftigt dabei momentan vorrangig die Umstellung ihrer Computersysteme. Die rechtliche Legitimation für die neue SEPA-Lastschrift bildet das sogenannte Mandat, das die Zustimmung des Zahlers gegenüber dem Zahlungsempfänger zum Einzug fälliger Forderungen darstellt. Für die Zahler soll die Umstellung auf die SEPA-Basislastschrift jedoch mit keinerlei Aufwand verbunden sein.

Was sollen die Änderungen bringen?

Es scheint , dass das neue SEPA-System einiges komplizierter macht. Vielen Kunden wird die Umstellung von der Kontonummer auf die wesentlich längere IBAN sicher nicht leicht fallen. Dennoch sind mit dem neuen Zahlungsverkehrssystem SEPA auch Vorteile verbunden. Die Ausführungen der Zahlungen sollen wesentlich schneller werden. Durch die Einführung eines konkreten Fälligkeitsdatums bei der SEPA-Lastschrift können Firmen zum Beispiel ihr Liquiditätsmanagement verbessern und Zahlungsströme taggenau steuern.

Timo Baudzus

Kommentare
07.11.2013
15:47
EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab
von grauen | #5



Statt alles zu vereinfachen, wird alles noch komplizierter. Es lebe die Bürokratie und mit ihr die EU.

28.02.2013
11:22
EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab
von mar.go | #4

Was denn? Lächerliche 34 Stellen für eine Überweisungskennziffer? Das ist doch viel zu einfach; warum denn nicht 50? Ja die EU versteht es schon das Leben ihrer Bürger zu vereinfachen. Und natürlich billiger zu machen!

11.01.2013
23:52
EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab
von TVtotal | #3

LOL..Mittelfristg Kosten für Verbraucher senken...wer es glaubt...

11.01.2013
15:58
EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab ...indirekt
von ibbessen | #2

So schwer ist es gar nicht....

DE** Bankleitzahl - Nullen als Lückenfüller + Kontonhummer (beides zusammen: 0+Kontonummer müssen 10 Stellen haben)

DE Deutschland + Krontroll bzw Institutsziffer

siehe auch:

http://www.iban-rechner.de/bic_und_iban.html

08.01.2013
15:38
EU schafft Kontonummer und Bankleitzahl ab
von buntspecht2 | #1

Die EU mal wieder und für wen wird alles leichter mit dem neuen System ?

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