Erster Integrationsbetrieb der Region

Lisa Stein hat großen Spaß an ihrer Arbeit. Seit Anfang Januar ist sie beim Kochwerk beschäftigt.
Lisa Stein hat großen Spaß an ihrer Arbeit. Seit Anfang Januar ist sie beim Kochwerk beschäftigt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Anfang des Jahres übernahm das Unternehmen Kochwerk das Bistro im Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Siegen. Im Vordergrund steht hier die inklusive Arbeit.

Siegen..  Elf Uhr, die Glocke läutet: Pause im Berufskolleg. Innerhalb kürzester Zeit beherrscht buntes Treiben das kleine Schulbistro. Wo bis gerade vereinzelt ein paar Schüler saßen, füllen sich nun rasch die großen Tische, die Geräuschkulisse wird lauter.

An der Essenausgabe bildet sich die erste Schlange. „Ich nehm’ das Schnitzel im Brötchen“, sagt ein Schüler. „Gern.“ Lisa Stein macht es fertig und reicht die Bestellung über den Tresen. Direkt daneben packt ihre Kollegin Swenja Wiedmann die belegten Brötchen in die Vitrine. Der ganz normale Alltag. Trotzdem ist das Bistro etwas Besonderes. Die beiden Frauen sind schwerbehindert. Sie arbeiten zusammen mit nichtbehinderten Angestellten beim Kochwerk, dem ersten Integrationsbetrieb der Region. Für Schulleiter Karl-Heinz Bremer zweifellos ein Erfolg. „Wir haben die Idee von Anfang an unterstützt“, sagt er. „Unsere Schüler akzeptieren das und gehen offen damit um.“

Hinter dem Kochwerk steht das Jugendwerk Förderband, ein Verein, der benachteiligten Jugendlichen im Kreis Siegen-Wittgenstein hilft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. „Um eigenständig zu sein, braucht man einen Job“, betont Matthias Vitt, der Geschäftsführer des Jugendwerks. „Für Behinderte ist das ein guter Weg, um auf den Arbeitsmarkt zu kommen.“

Das Kochwerk ist aus einem Beschäftigungsprojekt heraus entstanden, unterscheidet sich aber davon, da es auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt agiert und eigenständig ist. Demnach muss es sich wirtschaftlich tragen und dem Wettbewerb stellen. Insgesamt neun Menschen haben hier einen Arbeitsplatz, vier davon mit Behinderung.

Früher noch AWO-Werkstatt

„Die Arbeit hier macht großen Spaß“, freut sich Lisa Stein. Auch ihre Kollegin Swenja Wiedmann ist zufrieden. „Ich arbeite gerne mit den Schülern zusammen“, verrät sie. Beide sind schon länger im Bistro beschäftigt. Damals lief es noch als Werkstatt unter AWO-Trägerschaft. Zum 1. Januar ging es über ans Kochwerk. An ihrer Arbeit ändert sich für die beiden Frauen dadurch nichts. Lediglich die Rahmenbedingungen sind andere. So haben sie nun weniger Unterstützung und Freiheiten, sind dafür aber auch selbstständiger. „Die haben sich hier sehr gut entwickelt“, bestätigt Juliane Strunk vom Integrationsfachdienst. Sie begleitet diejenigen, die die Behinderten-Werkstätten verlassen.

Außer dem Bistro am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung betreibt das Kochwerk auch die Mensa am Konrad-Adenauer-Schulzentrum in Wenden. Von da aus beliefert es Schulen und Kindergärten im Siegerland und Wenden mit Essen. In einer Küche in Freudenberg bietet das Jugendwerk noch zwei weitere Arbeitsplätze für Behinderte an.

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