Kommentar

Erst denken – dann reden

Die Arbeit der Feuerwehr basiert auf Vertrauen, das in der kleinen Löschgruppe Hammerhütte nun schwer erschüttert worden ist. Wenn die Kameraden als Team rausfahren, vertrauen sie sich gegenseitig ihr Leben an. Anders funktioniert es nicht. Das schweißt zusammen. Das macht die Gemeinschaft aus, die alle Feuerwehrleute so schätzen. Die Männer und die eine Frau stehen unter Schock. Sie sind fast 30 Mal zu Feuern ausgerückt, die einer von ihnen gelegt hat. Um die Brände Seite an Seite mit dem Brandstifter zu löschen.
Ich fühle mit ihnen, auch weil ich in die müden Augen geschaut habe. Die Feuerwehrleute haben seit Wochen nicht mehr geschlafen, nur geruht, immer auf Abruf. Der Täter hat sich dort ausgetobt, wo die Angehörigen der Wehr wohnen. Sie teilten die gleichen Ängste wie wir. „Wann ist mein Auto dran?“ „Hoffentlich wird niemand verletzt!“ „Wann hat das endlich ein Ende?“
Und der Auslöser für all das war einer, von dem es keiner gedacht hätte. Einer, dem alle aus der Hammerhütter Wehr jederzeit ihr Leben anvertraut hätten. Das tut weh.


Wichtig für die Arbeit der Feuerwehr ist auch unser Vertrauen. Wenn jetzt im Internet und auf der Straße pauschal auf die Feuerwehr eingeknüppelt wird, ist das wenig hilfreich. Denken Sie also bitte nach, bevor Sie Sätze sagen wie: „Ach, war ja klar, dass es ein Feuerwehrmann ist“. Sie verletzen damit Menschen. Und zwar ganz sicher die Falschen. Nämlich die, die, wenn es drauf ankommt, Ihre Tochter aus einem Wrack schneiden. (Ilka Wiese)

Mehr lesen