Erde in hochauflösenden 3D-Modellen
20.06.2007 | 09:10 Uhr 2007-06-20T09:10:37+0200Siegen. Vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur startete am vergangenen Freitag der hochmoderne deutsche Beobachtungssatellit "TerraSAR-X". Seine Technik und Ergebnisse werden in Zukunft auch von Wissenschaftlern des "Zentrums für Sensorsysteme" (ZESS) d
In einem Kooperationsprojekt der Siegener Forschungsgruppen um den ZESS-Vorsitzenden Prof. Dr. Otmar Loffeld und des in Werthhoven bei Bonn residierenden "Forschungsinstituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik" (FHR) der Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften suchen die Wissenschaftler vor allem nach weiteren Möglichkei-ten, die mithilfe des neuen Radarsystems gewonnenen Daten in möglichst leistungs- und aussagestarke Bilder umzuwandeln. Mit gleich zwei Vorhaben sind die Siegener Forscher an der TerraSAR-X-Mission beteiligt:
Im ersten Forschungsvorhaben, so die Universitätspressestelle gestern, geht es um die hochauflösende Erstellung von 3D-Höhenmodellen der Erde durch Ausnutzung so genannter "Repeat Pass Interferometrie". Aus zwei SAR-Bildern des gleichen Gebietes, die aus 2 verschiedenen Umlaufbahnen des Satelliten gewonnen wurden, sollen durch interferometrische (= überlagernde) Techniken hoch aufgelöste digitale Höhenmodelle gewonnen werden. In diesem vom Bundesministerium für Wirtschaft finanzierten dreijährigen Vorhaben werden neuartige interferometrische Verarbeitungsverfahren entwi- ckelt, die die Qualität der gesamten Verarbeitungskette erheblich verbessern.
Eine echte technologische und wissenschaftliche Herausforderung stellt das zweite, gemeinsam mit dem Forschungsinstituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik realisierte TerraSAR-X- Experiment dar. Die von dem Satelliten abgestrahlten und von der Erdoberfläche reflektierten Radarimpulse sollen von einem flugzeuggetragenen SAR-System, welches den Satellit für kurze Zeit unterfliegt, aufgefangen und dann mit Hilfe absolut neuer Verarbeitungsverfahren zu so genannten bistatischen Bildern verarbeitet werden.
Völlig neue Möglichkeiten der Bildgewinnung
Der "Clou" der Sache: "Gelingt das Experiment, stehen der Umwelt- und Fernerkundung völlig neuartige Möglichkeiten der Bildgewinnung zur Verfügung." Dieses Experiment ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten koordinierten Großvorhabens, bestehend aus vier Teilprojekten im Zentrum für Sensorsysteme und drei weiteren Teilprojekten im FHR.
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