Entscheidung über „Vereins(t)raum“

Am liebsten oberhalb der Sporthalle des Gymnasiums möchte der TVE Netphen sein Vereinsheim bauen. Die Verwaltung hat bisher einen Standort im Freizeitpark bevorzugt.
Am liebsten oberhalb der Sporthalle des Gymnasiums möchte der TVE Netphen sein Vereinsheim bauen. Die Verwaltung hat bisher einen Standort im Freizeitpark bevorzugt.
Foto: WP

Netphen..  Die „Vereins(t)räume“ des TVE Netphen können in Erfüllung gehen: Der gewünschte Standort oberhalb der Sporthalle des Gymnasiums ist nach den Ortsterminen der Ratsfraktionen zumindest noch im Rennen. Der Hauptausschuss wird in seiner Sitzung am Dienstag, 9. Juni, ab 17 Uhr im Ratssaal beraten, auf welchem Grundstück das Vereinsheim mit zwei Sporträumen, Schulungs-Technik-, Lager- und Sozialräumen gebaut werden darf.

Alternativ im Spiel ist das „Hotelgrundstück“ oberhalb des Freizeitbades — so genannt, weil die Stadt dort einst eine Fläche für ein Hotel reserviert hat. Der TVE soll zu den Gesamtbaukosten von 600 000 Euro einen Zuschuss von 50 000 Euro bekommen. Für die für das Grundstück zu entrichtende Erbpacht bittet der Verein um einen „Sozialabschlag“.

TVE gegen Lösung mit Sportpark

Im März hatte die Verwaltung noch darauf gedrängt, den TVE für einen Neubau im Bereich des Freizeitparks zu gewinnen. Zwischen Gymnasium und „gewerblicher Sporthalle“ – so die Lesart der Verwaltung — seien die Synergien gering, zumal der Hallenbedarf für den Schulsport mehr als gedeckt sei. Dagegen wäre ein Standort im Freizeitpark „vorteilhafter für alle Beteiligten“, weil er einfacher erreichbar wäre und die Teilnehmer der TVE-Kurse auch die anderen Einrichtungen mitnutzen könnten. Bisher betreibt der TVE ein Gesundheitszentrum in der Talstraße; den Mietvertrag für diese Räume hat er gekündigt.

SPS kämpft gegen Insolvenz

Gezielt angeboten hatte die Stadt dem TVE den Bereich der Tennisplätze, des Beachvolleyballfelds, der Kartbahn sowie innerhalb des Sportparks. Der TVE habe aber „Lösungen im Zusammenhang mit dem Sportpark“ abgelehnt, heißt es in der Vorlage. Dass die Verwaltung darauf nicht mehr weiter drängt, dürfte auch mit den in den letzten Wochen erarbeiteten Alternativen zu tun haben: Die Sportpark Siegerland GmbH (SPS) ist inzwischen bereit, sich schrittweise aus dem Sportpark zurückzuziehen; neuer Gesellschafter würde dann die städtische Freizeitpark Obernautal GmbH (FON). Auf dem Gelände möchte die FON das (Übernachtungs-)Hütendorf unterbringen, das bisher hinter dem Freizeitbad entstehen sollte. Das Gelände der Kartbahn soll neuer Bauplatz für die Zwei-Gruppen-Kita werden, die erst am Dreis-Tiefenbacher Bahnhof geplant war.

Ihre ausstehenden Pachtforderungen an SPS hat die Stadt für Ende Oktober fällig gestellt, trotz des Widerspruchs der Gesellschafter, denen mit der Verlängerung um ein halbes Jahr nicht gedient ist — ohne Aussicht auf den nächsten Winter fehlen die Finanziers für den im Eisstadion naturgemäß ertragsschwachen Sommer. „Wir haben dem Bürgermeister gesagt, was das bedeutet“, sagt Sportpark-Gesellschafter Dietrich Ballin. Ein „knapper“ Finanzplan für den Sommer sein nun dennoch aufgestellt worden. Gewährleistet sei damit aber nicht, dass der Übergang des Betriebs — umstritten ist auch der Zeitpunkt — erreicht und gleichzeitig eine vorherige Insolvenz vermieden werden kann. „Bis jetzt läuft es noch.“

Der EHC hat seine Mannschaft für die nächste Meisterschaftssaison angemeldet, nachdem die Stadt die Fortführung des Stadionbetriebs zugesagt hat — solange Eisanlage und Dach halten.