Enger Zeitplan für neue Schule

Burbach/Neunkirchen..  Noch vor den Sommerferien, voraussichtlich am 18. Juni, werden die Gemeinden Burbach und Neunkirchen gemeinsam mit der Bezirksregierung Eltern, Lehrkräfte, Politik und Öffentlichkeit informieren – der Zeitplan für die Sekundarschule, die beide Gemeinden, wie berichtet, gemeinsam errichten wollen, ist eng gestrickt.

„Die Verwaltungen müssen bis zu diesem Zeitpunkt die schulrechtlichen und -organisatorischen Fragen geklärt haben“, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Burbacher Rathaus. Das pädagogische Konzept sollte unter Moderation der Bezirksregierung Arnsberg von Lehrkräften der betroffenen Schulen auf der Basis des Konzeptes der Gemeinschaftsschule Burbach erarbeitet werden. Der ehemalige Schulabteilungsleiter der Bezirksregierung Arnsberg, Christian Salomon, hat sich bereit erklärt, den Prozess beratend zu begleiten. Formal müssen bis zum Jahresende 2015 die erforderlichen Ratsentscheidungen in beiden Gemeinden getroffen sein, damit Anfang 2016 das Anmeldeverfahren begonnen werden kann.

Auch Burbach ist in Zugzwang

In Burbach wurde zum Schuljahr 2011/2012 im Rahmen eines Schulversuches die Gemeinschaftsschule gegründet und gleichzeitig das Auslaufen von Haupt- und Realschule beschlossen. Der Schulversuch ist bis zum 31. Juli 2017 befristet, kann jedoch zum Ablauf des Schuljahres 2019/2020 und danach auslaufend nach den Versuchsbedingungen arbeiten. Nach dem Auslaufen des Schulversuches ist eine Umwandlung in eine Sekundarschule erforderlich. „Nach derzeitiger Prognose der Schülerzahlenentwicklung könnte die Schule bei ähnlich bleibendem Übergangsverhalten mit Kindern überwiegend aus Burbach mittelfristig dreizügig eigenständig bestehen“, so Bürgermeister Christoph Ewers.

Allein 26 Kinder aus Neunkirchen werden im kommenden Schuljahr die Gemeinschaftsschule besuchen. Um mittelfristig mehr als 75 Kinder pro Jahrgang aufnehmen zu können, müsse die Gemeinschaftsschule jedoch in eine Sekundarschule umgewandelt werden.

Nachdem eine gemeinsame Sekundarschule mit Herdorf im vergangenen Jahr scheiterte, muss auch in Neunkirchen über neue Wege nachgedacht werden: An der Hauptschule kann zum Schuljahr 2015/2016 erneut keine Eingangsklasse gebildet werden, für die Realschule wird eine Ausnahmegenehmigung gebraucht. Das Gymnasium ist mit vier Eingangsklassen gut aufgestellt. „Für Kinder, die nicht das Gymnasium besuchen, müssen Alternativen gefunden werden“, sagt Neunkirchens Bürgermeister Bernhard Baumann. „Für eine eigenständige Sekundarschule, die mindestens dreizügig begründet werden müsste, werden die Schülerzahlen vermutlich aber nicht ausreichen.“

Formal wird die gemeinsame Sekundarschule beider Gemeinden wie eine mindestens fünfzügige Verbundschule organisiert: Burbach würde dann Hauptstandort mit mindestens drei, Neunkirchen Teilstandort mit mindestens zwei Parallelklassen je Jahrgang sein. Über die Schulträgerschaft wollen Burbach und Neunkirchen einen öffentlich-rechtlichen Vertrag abschließen.