Elektro-Mobilität braucht Zustrom

Das Kompetenzzentrum für Elektromobilität ist ein Baustein des Remonet-Projekts. Letzteres soll den Boden dafür bereiten, dass Elektro-Mobilität in allen Bereichen in der Region ankommt.
Das Kompetenzzentrum für Elektromobilität ist ein Baustein des Remonet-Projekts. Letzteres soll den Boden dafür bereiten, dass Elektro-Mobilität in allen Bereichen in der Region ankommt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Energiewende soll kommen – das kann sie aber nur, wenn die Menschen mitziehen. Eine neue Anlaufstelle soll Bürger und Unternehmen mit Informationen versorgen.

Siegen..  Eigentlich wollte Prof. Henning Zoz im Elektro-Auto zur Eröffnung des Kompetenzzentrums E-Mobiliätät kommen. Das Gefährt blieb aber liegen – darum nahm er kurzentschlossen einen Porsche Cayenne.

„Wir sind ja Realisten“, sagt der Unternehmer. Die Zoz GmbH stellt – als Partner des Projekts „Regionales E-Mobility Netzwerk (Remonet) – in ihrem Mobilitystore an der Sandstraße 108 das Büro für das Kompentenzzentrum zur Verfügung. Federführend bei Remonet ist die Universität Siegen.

Den Boden bereiten

Die Uni möchte das Kompetenzzentrum in Fragen der E-Mobilität zur Anlaufstelle für Bürger, Firmen und Institutionen entwickeln. „Es ist ein großes Projekt“, beschreibt Jürgen Daub, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Innovations- und Kompetenzmanagement. „Wir wollen der E-Mobilität in allen Bereichen in Siegen den Boden bereiten.“

In der Tat gibt es da nach Einschätzung der Experten Boden gutzumachen. „Das Thema ist in Siegen fast nicht vorhanden“, räumt Daub ein. Im Kompetenzzentrum erfolgt der Erstkontakt zu Remonet, die Mitarbeiter geben Hinweise und vermitteln weiter. Allerdings sollten Interessierte Beratungstermine per E-Mail vereinbaren.

Die Stadt Siegen ist Projektpartner, außerdem fünf Firmen und weitere Einrichtungen und Institutionen. Ein entscheidender Punkt ist die lokale Perspektive mit Siegen als Oberzentrum im ländlichen Raum. Während E-Fahrräder inzwischen mit gewisser Häufigkeit zu sehen sind, sieht es bei Autos mau aus – was auch an der Infrastruktur liegt. „Die alte Henne-Ei-Problematik“, sagt Daub. Verbraucher kaufen keine E-Autos, weil es zu wenige Ladestationen gibt; und viele potenzielle Anbieter stellen keine Ladesäulen auf, weil zu wenig E-Autos unterwegs sind. Auch diesen Kreislauf gelte es zu durchbrechen.

Langer Atem erforderlich

Das Problem kennt auch Henning Zoz. Der Versuch, Partner für E-Autos zu erwärmen, ist seiner Erfahrung nach schwierig, wenn das Ladenetz nicht ausgebaut ist. Die Reichweite ist ebenfalls ein heikles Thema. Dennoch ist der Unternehmer von der grundsätzlichen Idee überzeugt: „Technisch ist es besser, mit Elektromotoren zu fahren. Aber in der Geschichte kam es anders.“

Dies wiederum habe die Entwicklung des Elektromotors gebremst. Er ist optimistisch, dass hier aufgeholt wird. „Die ersten Autos mit Verbrennungsmotor sind auch dauernd liegen geblieben. Die Zukunft fährt elektrisch – vielleicht aber erst in 20 oder 30 Jahren.“

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