Eiskalt erwischt von der Hitze der Stadt Siegen

Nach 30 Minuten in der Sonne: fast 50 Grad Celsius.
Nach 30 Minuten in der Sonne: fast 50 Grad Celsius.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mehr als 30 Grad Celsius, über Tage hinweg: Wir haben kühle Orte aufgesucht und gefragt, wie viel Wasser verbraucht wird oder wie viel Spaß Busfahren jetzt macht.

Siegen..  Wer sich der Hitze nicht durch Rückzug oder Flucht entziehen kann, ist angesichts der Temperaturen derzeit ganz schön gefordert.

Krankenhäuser

In der Notaufnahme im St. Marien-Krankenhaus gibt es „ein erhöhtes Aufkommen“, wie Pressesprecher Christian Stoffers sagt. Die Zahl der Patienten sei hier um 20 bis 30 Prozent gestiegen, vor allem wegen Herz-Kreislauf-Beschwerden. „Am Donnerstag begann die Hochphase“, sagt Stoffers. Der Andrang steige zeitversetzt zu den Temperaturen, „denn die Leute trocknen langsam aus“. Wer nicht genug trinkt, komme am ersten Tag noch einigermaßen über die Runden – dann wird es aber gefährlich. Außerdem sei nicht allen Menschen bewusst, dass manche Medikamente im Hochsommer Risiken bergen: Blutdrucksenkende Mittel können sich in Verbindung mit der Hitze auf den Kreislauf auswirken, Antibiotika steigern die Lichtempfindlichkeit der Haut und damit die Sonnenbrandgefahr. Stoffers selbst zog sich am Freitag übrigens in den Konferenzraum des Krankenhauses zurück: Der hat eine Klimaanlage.

Altenheime

Weil gerade ältere Menschen die Sache mit der ausreichenden Flüssigkeitszufuhr mitunter auf die leichte Schulter nehmen, muss das Personal in Senioreneinrichtungen ein Auge darauf haben. In den Heimen, die zur St. Marien-Krankenhaus GmbH gehören, gibt es deshalb extra


„Trinkrunden“, wie Stoffers erklärt. Dahinter verbirgt sich nicht das, was gemeinhin an feucht-fröhlichem Amusement mit dem Begriff assoziiert werden mag, sondern regelmäige Aufforderungen, nicht-alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Auch die Diakonie, etwa im Haus Obere Hengsbach, hat spezielle Konzepte bei der Hitze. Sonnenschutz, genau platzierte Lüftungszeiten und der Verzicht auf körperlich fordernde Angebote gehören dazu, wie Anne Schneider von der Diakonie-Pressestelle erläutert. Mit besonderen Angeboten, etwa Erdbeermixgetränken, möchte das Personal den Bewohnern das Trinken schmackhaft machen.

Busse

„Unsere Fahrer leiden“, räumt Gerhard Bettermann, Betriebsleiter der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) ein. Die Disziplin der Kollegen sei „bemerkenswert“. Gut 30 Prozent der Busse im Bestand seien klimatisiert. Da in den Ferien nicht die gesamte Flotte auf den Straßen ist, seien aber aktuell rund 60 Prozent der Wagen im Einsatz mit Klimaanlagen ausgestattet. Die hilfreichen Geräte stoßen jedoch bei den sehr hohen Temperaturen an Grenzen: Sobald der Bus an seiner Haltestelle die großen Türen öffnet, strömt nämlich heiße Luft von außen herein. Beschwerden von Fahrgästen wegen der Temperaturen seien dennoch selten. Insgesamt gelte hier, wie in anderen Bereichen, eigenverantwortliches Verhalten.

Wasserwerke

Beim Wasserverbrauch verzeichnen die Siegener Versorgunsbetriebe (SVB) noch „keine signifikante Erhöhung“, sagt Bernd-Dieter Ferger, Leitung Netze. Am Donnerstag waren es 15,7 Millionen Liter. Der durchschnittliche Verbrauch pro Tag beträgt 13,5 Millionen. Am Wochenende könnten die Zahlen zunehmen – etwa, falls viele Menschen ihren Rasen wässern.

Wälder

Der Deutsche Wetterdienst setzt die Waldbrandgefahr in Siegen mit dem heutigen Samstag auf Stufe 4 von 5. Das Risiko „steigt jeden Tag“, sagt Siegens Feuerwehrchef Matthias Ebertz – sieht aber keinen Grund zur Panik: „Wir sind keine typische Waldbrandregion.“ Wanderer sollten „im Wald am besten nicht rauchen und keine Glasflaschen wegwerfen“, da gerade Scherben bei starker Sonneneinstrahlung wie Brenngläser wirken können.

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