Eintrittskarten auch ohne Geld

Wollen auch Menschen ohne vollen Geldbeutel den Kulturgenuss ermöglichen: Dagmar Graf (AWO-Fachbereichsleiterin), Anja Dillmann (vom Team der Ehrenamtlichen im Projekt), AWO-Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann, Matthias Hess (Leiter des AWO-Referats Ehrenamt, Integration und Reisen) und Kreis-Kulturreferent Wolfgang Suttner (von links).
Wollen auch Menschen ohne vollen Geldbeutel den Kulturgenuss ermöglichen: Dagmar Graf (AWO-Fachbereichsleiterin), Anja Dillmann (vom Team der Ehrenamtlichen im Projekt), AWO-Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann, Matthias Hess (Leiter des AWO-Referats Ehrenamt, Integration und Reisen) und Kreis-Kulturreferent Wolfgang Suttner (von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der AWO-Kreisverband startet das Projekt „Kultur: live“. Menschen in finanziell schwieriger Lage erhalten Freikarten für Kulturereignisse. Zum Auftakt gibt es Kultur Pur.

Siegen..  Fans von Rodger Hodgson bescherten Kreis-Kulturreferent Wolfgang Suttner ein Schlüsselerlebnis. Ein Ehepaar, nach eigenem Bekunden begeisterte Supertramp-Anhänger, meldete sich vor einem Jahr, als der Sänger der Band für Kultur Pur angekündigt war. Geld für die Karten hatten die beiden nicht – aber weil sie ihre besondere Verbindung zur Supertramp-Musik so anschaulich schilderten, „haben wir sie eingeladen“, sagt Suttner. „Ein schönes Erlebnis.“

Hoher Aufwand – großer Nutzen

Mehr Momente dieser Art erhofft sich der AWO-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe von seinem neuen Projekt „Kultur: live“. Menschen in finanziell schwieriger Situation, etwa Hartz-4-Empfänger oder Leute, die auf Grundsicherung angewiesen sind, erhalten kostenlos Karten für Kulturveranstaltungen – weil der Mensch eben nicht vom Brot allein lebt. „Wir wollen denen, die nicht so viel Geld haben, Kultur zur Verfügung stellen“, sagt Dagmar Graf, Fachbereichsleiterin Teilhabe und Bürgerdienste beim AWO-Kreisverband. „Nahrung für den Geist, zur Steigerung der Lebensqualität.“

Ein Umfrageergebnis brachte den Sozialverband auf die Idee. „Der Besuch von Kinos, Theater und Konzerten ist weit oben angesiedelt, wenn Leute sparen müssen“, erklärt Matthias Hess, Referatsleiter der AWO-Bürgerdienste. Das Konzept finde bereits in einigen deutschen Städten Anwendung – in der Region sei es aber neu. Der grundsätzliche Ansatz sei recht einfach, die Umsetzung aber „eine Herausforderung“.

Technisches Kernstück ist eine Datenbank. Wer beispielsweise über Leistungsnachweise belegen kann, dass er finanziell schlecht dasteht, kann sich aufnehmen lassen. Zudem werden alle Veranstaltungen in der Region erfasst, für die Freikarten vorhanden sind. Deckt sich das Angebot mit den Interessen der so genannten Kulturgäste, bietet das Team Tickets an. Diese liegen an der Abendkasse bereit.

Sechs ehrenamtliche Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Bearbeitung, pflegen die Daten ins System ein und halten Kontakte. Zum Auftakt gibt es 50 Karten für Kultur Pur, je zehn für Haupt-Acts. Mit vielen weiteren Partnern ist Kultur: live aber auf Dauer angelegt.

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