Einige Optionen für den Herrengarten

Uni-Verwaltung und Studierendenwerk ziehen aus dem Gebäude am Herrengarten aus. Das Objekt an Siegens Neuen Ufern hat viel Potenzial.
Uni-Verwaltung und Studierendenwerk ziehen aus dem Gebäude am Herrengarten aus. Das Objekt an Siegens Neuen Ufern hat viel Potenzial.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Uni-Verwaltung und das Studierenwerk ziehen aus dem Gebäude am Herrengarten aus. Was aus der Immobilie in Toplage wird, ist aber noch nicht klar.

Siegen..  Die Zukunft des Universitätsgebäudes am Herrengarten ist offen. Verwaltung und Studierendenwerk werden zwar bis zum Jahresende ausgezogen sein. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes NRW prüft aber, ob die Immobilie nicht darüber hinaus als Übergangs- und Ausweichfläche für andere universitäre Bereiche genutzt werden soll, wie Joerg Fallmeier, Sprecher der zuständigen BLB-Niederlassung Dortmund, auf Anfrage dieser Zeitung sagte.

Uni braucht Ausweichflächen

Eine weitere Option, die geprüft werde, sei die Vermarktung des Objekts. Interessenten für das mehrstöckige Gebäude dürften nicht schwer zu finden sein – sowohl für Eigentumswohnungen als auch für Einzelhandel und Gastronomie ist die Immobilie in zentraler Lage direkt an Siegens Neuen Ufern enorm attraktiv. Den BLB treibt aber zunächst primär die Frage um, was sich auf den diversen Arealen der Uni in näherer Zukunft tut.

Fallmeier verweist auf „sehr viel Bewegung in anderen Flächen“. Mit dem Umzug der Univerwaltung ins neue AVZ auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße und dem Studierendenwerk ins Gebäude Hölderlin-Straße ist es nämlich nicht getan.

Bis zum Jahr 2019 sollen auf dem Campus AR die Trakte K und H, die Uni-Bibliothek und die Mensa saniert und modernisiert werden. Das Land NRW stellt dafür 65 Millionen Euro aus dem Hochschulbau-Konsolidierungsprogramm zur Verfügung. Die groß angelegten Arbeiten werden immer Ausweichmöglichkeiten für Einrichtungen und Mitarbeiter erfordern.

„Der Herrengarten hätte natürlich den Vorteil, dass es dort bereits eine geeignete Infrastruktur gibt“, sagt Björn Bowinkelmann von der Uni-Pressestelle. Letztlich liegt die Entscheidung aber beim BLB.

Objekt an exponierter Stelle

Im Siegener Rathaus gibt man sich, angesprochen auf die Immobilie in exponierter Lage, gelassen. „Momentan gibt es keine Pläne oder Absichten der Stadt zur Übernahme des Gebäudes nach dem Auszug der Uni-Verwaltung“, kommentiert Bürgermeister Steffen Mues. Die mit der Umgestaltung der Innenstadt im Zuge des Neue-Ufer-Projekts angestoßenen Prozesse – und das bisherige vitale Interesse von Verwaltung und Politik an den Entwicklungen im Zentrum – legen aber nahe, dass die Stadt den weiteren Ablauf zumindest aufmerksam verfolgen wird.

Klarer positioniert sich Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studierendenwerks, auf die Frage, ob der Herrengarten nicht ein gutes Studentenwohnheim abgäbe. Dafür spräche die Lage – allerdings bliebe die Machbarkeit zu prüfen. Der Umbau eines Bürogebäudes in ein Wohnheim könne so teuer werden, dass die Mieten letztlich höher ausfallen müssten, als es sich mit den Prinzipien des Studierenwerks verträgt. Außerdem: „Das Gebäude ist sicher auch für andere Investoren interessant.“

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