Einer blieb ungenannt

Gerührt angesichts der Würdigung. Wer am 9. Mai um 11 Uhr im Baugebiet „Am untersten Johannes“ zu Obersdorf an der Veranstaltung teilgenommen hat, in der eine Gedenktafel enthüllt worden ist, wird das dem Anlass angemessene Ambiente bewundert haben. Was Ortsvorsteher, Gemeindeverwaltung, Sponsoren und ausführende Handwerker entwickelt und als Anlage ausgeführt haben, fand allseits großen Anklang und dürfte für Obersdorf, und auch gemeindeweit, als etwas Besonderes beurteilt werden. Zum ersten Mal in der Gemeinde Wilnsdorf wurde einer Frau gedacht. Zum ersten Mal wurde in Wilnsdorf an das Schicksal einer Frau erinnert, die im Minsker Ghetto als eine von
80 000 Menschen im 2. Weltkrieg ermordet worden ist.


Es bleibt zu hoffen, dass diese Denkmalanlage als ein Ort der Besinnung und des Gedenkens wahrgenommen wird. Es bleibt zu hoffen, dass der Anlage Zerstörungen bzw. Verunstaltungen erspart bleiben.


Irritiert hat mich, dass weder Bürgermeisterin noch Ortsvorsteher in ihren Reden die Person offiziell begrüßt haben, die am 9. März 2009 (!) einen Bürgerantrag gestellt hatte. Dieser Antrag hatte zum Inhalt, eine Straße im genannten Baugebiet nach Dr. med. Hedwig Danielewicz zu benennen. Zunächst waren die Straßen „Pastor-Stenger-Straße“ und „Am untersten Johannes“ vorgesehen. Über sechs Jahre später konnte der Antragsteller erleben, wie sein Anliegen in die Tat umgesetzt worden ist.


Torsten Thomas, wohnhaft in Rinsdorf, legte nach der Veranstaltung am Denkmal ein Gesteck mit zwei Bändern nieder, auf denen stand: „Zum Gedenken Hedwig Danielewicz und der 80 000 Ermordeten des Minsker Ghettos“ und „VVN BdA Si-Wi“. Auf diesem Wege bedanke ich mich bei Torsten Thomas von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Siegen Wittgenstein – recht herzlich für sein Engagement.
Ekkehard Blume, Wilnsdorf