Eine Stadt verliert ihr Gesicht

Geplanter Verkauf des alten Kreishauses an das Studentenwerk. Das alte Kreishaus, jetzt Straßen-NRW-Hochaus, an der Koblenzer-Straße soll also nun auch fallen. Ein Hochhaus, das zusammen mit dem neuen Kreishausgebäude ein Tor zu unserer Stadt bildet. Viele uns vertraute und stadtbildprägende Gebäude wurden in den letzten Jahren abgerissen. Anschaubare und architektonische Zeitzeugen einer Stadt, die nach dem verheerenden Krieg, Siegen lag in Schutt und Asche, wieder Arbeitsplätze schuf und Industriegeschichte schrieb.


Nach dem Nürnberger-Haus am Bahnhof, das der City-Galerie weichen musste und dem Krupp-Stahlwerke-Hochhaus in Geisweid, das einen öden Schotterplatz hinterlassen hat, oder das Meteorgebäude an der Weiß, an dessen Platz heute ein Discounter steht, soll auch das letzte 50er-Jahre Hochhaus in Siegen fallen.


Ich verstehe das nicht. Andere Städte in NRW begreifen ihre in den 50er-Jahren erbauten Hochhäuser als Bereicherung, die ihre Zeit widerspiegeln. Unsere Landesregierung verfolgt doch seit über zwei Jahrzehnten das Ziel, diese bedeutenden Standorte des industriekulturellen Erbes zu erhalten und für neue Nutzungen wie Gewerbe und Handel, Wohnen sowie Kultur und Freizeit herzurichten. Warum dann nicht in Siegen?
Christiane Luke, Siegen