Eine runde Sache für Eiserfeld
06.06.2011 | 18:16 Uhr 2011-06-06T18:16:00+0200
Siegen-Eiserfeld.Grünes Licht für eine runde Sache: Mit einem Kreisverkehr soll der Verkehr künftig besser bewältigt werden. Der Bauausschuss gab am Montag sein Okay für das rund 3,9 Millionen Euro teure Vorhaben.
Künftig sollen dann die B 62 Eiserfelder Straße mit Anbindung der B 62 Siegtalstraße, der L 531 Freiengründer Straße und der L 907 Eiserntalstraße mit einem Kreisverkehr in der Ortsmitte Eiserfeld besser angebunden werden. Der Kreisel soll einen Außendurchmesser von 40 Metern haben, der Verkehr wird zweispurig geführt. Lediglich die UWG stimmte gegen das Vorhaben, Grüne und Linke enthielten sich. Wolfgang Vetter (UWG) bezweifelte die Notwendigkeit – wenn die HTS-Verlängerung fertig sei, werde die neue Lösung unnötig. Sie sei zu teuer und bei der Haushaltslage der Stadt nicht zu rechtfertigen.
Brücke ist Schwerlast nicht mehr gewachsen
Wegen der ungünstigen Geometrie der Kreuzung mit den versetzt angeordneten Anschlussarmen Eiserntalstraße und Siegtalstraße lasse sich der zur Zeit mit Ampeln geregelte Knotenpunkt nicht weiter optimieren, machte Anke Schreiber, Leiterin der Abteilung Straße und Verkehr der Siegener Stadtverwaltung, im Ausschuss deutlich. Bedingt durch die langen Räumwege sei die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes, insbesondere in den Verkehrsspitzenzeiten, erheblich eingeschränkt. Dies führt bislang aufgrund der reduzierten Grünzeiten zu erheblichen Rückstaus.
Für eine verkehrsgerechte Anbindung des neuen Einkaufszentrums mit dem Dornseifer-Markt und Aldi ist eine neue Grundstückszufahrt bzw. Straßeneinmündung zwischen den Häusern 456 und 460 nötig.
Dort wird auch eine Ampelanlage errichtet. Zusätzlich wird es eine Linksabbiegerspur zu den Geschäften geben, damit es keine Rückstaus gibt.
Die Länge des Bauabschnitts der Eiserfelder Straße, einschließlich der Anschlussstrecken, beträgt 380 Meter. Außerdem werden Richtung Neunkirche 68 Meter der Freiengründer Straße (L 531) und 47 Meter der Eiserntalstraße Richtung Wilnsdorf (L 907) erneuert.
Außerdem werden die Bushaltestellen behindertengerecht ausgebaut.
Außerdem sei der Knotenpunkt dem Schwerlast- und Busverkehr nicht mehr gewachsen und müsse daher dringend erneuert werden. Zudem treten nach Aussage der Verwaltung vermehrt Schäden an der Fahrbahndecke auf. Die Brücke über den Eisernbach, der die Straße im Kreuzungsbereich quert, ist dem Schwerlastverkehr ebenfalls nicht mehr gewachsen. Mit dem Neubau wird auch dieses Problem gelöst.
Ebenfalls verbessert würden künftig die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer. Auf der Straße werden die Fahrradwege farblich abgesetzt (rot). Im Kreisverkehr selbst müssen die Fahrradfahrer dann jedoch auf den Fußweg ausweichen. Einen getrennten Rad- und Fußweg könne es wegen des fehlenden Platzes nicht geben, machte Schreiber auf Rückfrage von Ansgar Cziba (Grüne) deutlich.
21:01
Na klasse. Radfahrer müssen auf den Gehweg (warum heißt das eigentlich Gehweg?), damit die Autos auf der Fahrbahn mehr Platz haben. Das ist sowohl für Radfahrer als auch für Fußgänger eine unbefriedigende Lösung.
Dabei ist das völlig unnötig. Radfahrer benötigen keine Querung oder ähnliches. Die fahren einfach wie die anderen Fahrzeuge auch durch den Kreisel. Das wäre kein Problem. Mit den Sonderwegen enstehen aber mindestens an den Übergangsstellen gefährliche Ecken.
Auch rote Radwege braucht es für Radfahrer nicht. Die Stadt sollte womöglich bei Ihren Planungen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zu den Radwegen beachten. Für diese darf nämlich nur dann eine Benutzungspflicht angeordnet werden, wenn eine besondere Gefährdung vorliegt. Das ist bei einem neu geplanten Kreisel ja wohl nicht gegeben (sonst wäre es wohl ein Planungsfehler). So wird aber sicher ein betroffener Radfahrer gegen die Benutzungspflicht klagen und damit auch durchkommen. Den Ärger und die Kosten kann man sich von vorne herein sparen.
A. Igel
P.S.: Warum ignoriert dieses Formular eigentlich meine Absätze?