Eine längst fällige Modernisierung
14.04.2010 | 19:00 Uhr 2010-04-14T19:00:00+0200
Kreuztal-Buschhütten. Dass die Bodelschwingh-Grundschule in Buschhütten sich einmal dahin entwickeln würde, wo sie sich heute befindet, konnten die Planer in den frühen 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht ahnen.
Heute werden in sechs, zum Teil jahrgangsübergreifenden Lerngruppen 140 Kinder unterrichtet. Darunter sind 19 Jungen und Mädchen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen. Um all diese Schülerinnen und Schüler kümmern sich elf Lehrerinnen und ein Lehrer, nicht wenige mit sonderpädagogischer Ausbildung.
Dem Kreuztaler Schulausschuss präsentierten Schulleiterin Claudia Gawrosch und einige ihrer Kolleginnen die derzeitige Situation, für die dringend Abhilfe benötigt wird. Räumliche Enge in veralteten Klassenzimmern mit schlechter Isolierung sahen die Politiker und nahmen einen Blick in die Toilettenanlage, die schon so viele Schülergenerationen benutzt haben.
1,7 Millionen Euro bis Sommer 2012
Die Stadt hat längst erkannt, dass etwas geschehen muss. Deshalb ist in der Hochbauabteilung auch der Plan für den Umbau der Schule, die als vierte Grundschule für den offenen Ganztag eingerichtet werden soll, „zu 99 Prozent fertig”, wie Stadtbaurat Eberhard Vogel in der Ausschuss-Sitzung am Mittwoch darlegte. 1,7 Millionen Euro wird die Stadt zwischen Sommer 2010 und Sommer 2012 investieren, um auch dieser Schule mit ihrem hohen Anteil an gemeinsamem Unterricht eine zeitgemäße Ausstattung zu geben.
Die Entwürfe zeigten Frieder Bosch und Ina Sand vom Hochbauamt dem Ausschuss: einen teilweisen Umbau, der etwa die Umwandlung der Pausenhalle in einen Speiseraum und die dahinter liegenden Räume für die Zwecke des Ganztagsbetriebs vorsieht. Der zweigeschossige Schultrakt bekommt einen neuen Eingang und wird ebenfalls komplett barrierefrei. Zwischen den beiden Ebenen wird es künftig einen Aufzug geben. Energetisch saniert wird das Gebäude komplett, sodass auch die Energiekosten künftig weit unter dem jetzigen Verbrauch liegen.
Endlich auch eine Wickelmöglichkeit
Wichtig ist sowohl für Stadt als auch Schule die neue Toilettenanlage. Denn die einzige behindertengerechte Toilette liegt derzeit hinter den Mädchen-Toiletten, und deshalb weigern behinderte Jungen sich, diese zu benutzen. Auch mangelt es an einer Wickelmöglichkeit. Nach dem in zwei Abschnitten erfolgenden Umbau wird all dies vorhanden sein. Die derzeitigen Anbauten kommen nach den Sommerferien schon an die Reihe. Der Umbau im Hauptgebäude folgt im Jahr darauf, wenn sukzessive alle Klassenräume modernisiert werden.
Mehr Platz wird die Schule dadurch nicht bekommen. Als Regelschule steht ihr trotz gemeinsamen Unterrichts nicht mehr Fläche zur Verfügung, erfuhren die Politiker von Rektorin Claudia Gawrosch und Dieter Loske vom Amt für Schulen, Sport und Kindergärten. Selbst Nebenräume sehen die großzügig bemessenen Umbaupläne nicht vor. Sonderpädagogin Susanne Merkelbach wusste warum: „Die individuelle Förderung an der Regelschule hat keine Geschichte. Der gemeinsame Unterricht wirkt sich nicht auf die Ausstattung aus.” Aber zumindest zweckmäßiger wird die Schule durch den Umbau. hn
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