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Volkstrauertag

Eine gelbe Rose auf die Gräber

14.11.2010 | 16:06 Uhr
Eine gelbe Rose auf die Gräber

Siegen-Gosenbach. Mit der zentralen Gedenkfeier an der Kreisehrengedenkstätte in Gosenbach gedachte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Der 1922 erstmals begangene Volkstrauertag mahnt zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. Die Nazis widmeten ihn zu einem „Heldengedenktag“ um. Nach Gründung der Bundesrepublik wurde der Volkstrauertag vom Volksbund wiederbelebt. Seit 1950 wird er jeweils am Sonntag zwei Wochen vor dem ersten Advent begangen. „Viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft wissen mit dem Volkstrauertag nichts mehr anzufangen“ sagte Landrat Paul Breuer in seiner Gedenkrede, „man hat es ihnen nie nahe gebracht.“

Und es seien nicht nur die jungen Menschen, die mit diesem Tag große Schwierigkeiten haben. Denen, die der Meinung sind, dass ein Volkstrauertag nach einer so langen Zeit ohne Krieg nicht mehr notwendig sei, antwortete Breuer: „Im Gegenteil. Der Volkstrauertag gibt uns allen Gelegenheit, über Vergangenes nachzudenken und gleichzeitig den Blick für die Gegenwart und die Zukunft zu öffnen.“

Worte des Gedenkens sprach auch Annette Hinzmann, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Gosenbach: „Erinnern ist überlebenswichtig. Darum brauchen wir diesen Tag. Aber die Erinnerung an die Opfer ist auch immer: Erinnern an die Täter, Erinnern an Schuld.“ Hinzmann erinnerte daran, dass es an einem solchen Tag darum gehen muss, andere Wege im Zusammenleben der Völker und Nationen, der Religionen und Weltanschauungen zu finden, als Konflikte mit dem Griff zur Gewalt der Waffen, „seien es Steine oder vermeintlich so zielgenaue Hightech-Raketen“, zu lösen. Das Totengedenken für die 167 Kriegstoten, die im Mai 1952 aus 47 Gemeindebezirken umgebettet und zur Gosenbacher Ehrenanlage gebracht wurden, sprachen die Auszubildenden der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein, Alexandra Wittig und Lukas Bröcher. Außerdem wirkten der Bläserkreis Niederschelden und der Männerchor 1853 Eiserfeld mit. Kinder der Grundschule Gosenbach legten gelbe Rosen auf die 81 Grabkreuze – je ein Kreuz für zwei Kriegstote.

Manfred Dornseifer

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