Ein Spaziergang mit Horst Köhler durch Siegen

Plauderten auf dem Weg vom Oberen Schloss Richtung Martinikirche: Bürgermeister Steffen Mues (rechts) und Horst Köhler.
Plauderten auf dem Weg vom Oberen Schloss Richtung Martinikirche: Bürgermeister Steffen Mues (rechts) und Horst Köhler.
Foto: Maik Haubrich
Was wir bereits wissen
Altbundespräsident Horst Köhler war am Freitag Ehrengast und Redner bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Bürgerstiftung Siegen in der Martinikirche.

Siegen..  Köhler sprach über die Bedeutung des bürgerliches Engagement. Zuvor hatte er sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Bürgermeister Steffen Mues verlieh auf der Feier den „Siegener Leuchtturm“ an eine Projektgruppe des Evau, die Flüchtlinge betreute.

Langsam rollt die schwarze Limousine vor den Eingang des Oberen Schlosses. Der Altbundespräsident kommt. Mehr als pünktlich. Freitag, 17.58 Uhr. Für 18 Uhr hatte sich Horst Köhler angesagt. Zuerst steigt ein Berater aus. Junge Mann, schlank, groß gewachsen. Dann zwei Sicherheitsleute. Bullige, kantige Typen. Schließlich Horst Köhler. Präsidial. Bürgermeister Steffen Mues begrüßt ihn mit Handschlag. Köhler schreitet über das Siegerländer Pflaster zum Innenhof des Oberen Schlosses. Eintrag ins Goldene Buch.

Ein symphytischer Auftritt

Gattin Eva Luise begleitet an diesem Freitagabend Horst Köhler nicht. Sie hat eigene Termine. Auch Frau Köhler ist zu Gast bei einer Stiftung. Ähnlicher Termin, andere Stadt. Dabei verbindet sie eine familiäre Bande mit Siegen. „Meine Frau meinte, nach Siegen, da musst du hin, da wohnte Onkel Thiel damals“, erzählt Köhler.

Der Altbundespräsident schüttelt Hände, lacht. Er hört zu. Nickt. Schaut ernst. Lächelt. Ein Mann des Volkes – eben so, wie man ihn aus seiner Amtszeit im Schloss Bellevue in Erinnerung hat. „Siegen ist eine klassische Stadt mit Gewerbe und Mittelstand – und der ist immer noch das wichtigste Standbein der Wirtschaft. Die unglaubliche Stärke Deutschlands“, sagt er zu den Lokalpolitikern.

Besuch minuziös geplant

Nach dem Eintrag in das Goldene Buch bleibt kaum Zeit für Sekt und „Sejerlänner Riewekooche“ mit Butter. Der Besuch ist minutengenau durchgeplant. Selbst der Gang zur Toilette: Punkt 18.50 Uhr.

Zu Fuß schlendern Köhler und Mues Richtung Martinikirche. Im Gefolge ein kleiner Pulk Politiker und andere Lokalprominenz. Eine kurze Führung durch die Stadt. Mues erzählt von Baustellen und der Universität, die in die Stadt kommt, und für mehr Lebendigkeit sorgen soll mit all ihren Studenten. Köhler vergleicht Siegen mit Tübingen. Dort hatte er einst als junger Mann studiert. Die Städte seien ja ähnlich groß, nur dass in Tübingen etwas mehr los sei.

Auf gehts zum Stifterforum in der Martinikirche, dem eigentlichen Anlass seines Besuchs. Die Bürgerstiftung Siegen feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Sie hat inzwischen mehr als 400 Mitglieder und drei Millionen Euro Kapital. Eine Erfolgsgeschichte. Köhler setzt sich auf seinen Platz in der ersten Reihe. Ihm ist das ehrenamtliche Engagement wichtig, „dass Leute sich engagieren, ist das beste, was passieren kann“, sagt er. Dann applaudiert er für die Projektgruppe aus Weidenau, die an diesem Abend den „Siegener Leuchtturm“ – einen Preis der Ute-Höpfner-Diezemann-Stiftung, der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wurde, erhält. Bürgerschaftliches Engagement eben. Sein Thema.

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