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Ein gelungenes Jubiläumskonzert

08.10.2012 | 21:00 Uhr
Ein gelungenes Jubiläumskonzert
Kreuztaler OperettengalaFoto: Knut Lohmann

Kreuztal. „Ausverkauft!“ – Das Gütesiegel des Kreuztaler Publikums für die Opern- und Operettengala, zu der die Chorgemeinschaft seit nunmehr zehn Jahren regelmäßig im Herbst in die Stadthalle einlädt. Motto des Jubiläumskonzerts: „Das Beste aus 10 Jahren“. Das klingt wie „Blick zurück im Stolz“. Und das nicht unberechtigt. Wurde doch aus einer mutigen Initiative binnen Kurzem fast schon so etwas wie eine Institution.

Tempi im ersten Teil sehr langsam

Dr. Gudrun Müller-Zimmermann moderierte und kommentierte die Programmteile, die – in erprobter Reihenfolge – in zwei Blöcken abliefen: zur Einleitung ein Orchesterstück, dann Darbietungen der Solisten, danach Auftritt des Männerchores und im zweiten Teil dann an dieser Stelle Männer und Frauen. Alles unter der Leitung von Maurizio Quaremba.

Also zunächst das MAKSi Akademie Orchester: Wer die „Carmen“-Ouvertüre so musikantisch-schmissig und das Intermezzo aus „Cavalleria rusticana“ so einfühlsam spielen kann, müsste auch bei Arien-Begleitung überzeugender agieren, wobei allerdings die Tempi im ersten Teil sehr langsam waren.

Technisch indisponierter Tenor

Die Solisten: Ausrine Stundyte, die für Anne Preuß eingesprungen war, überzeugte auf der ganzen Linie – ob mit der innigen Arie „Casta Diva“ (aus Bellinis „Norma“ – mit Überraschungschor im Hintergrund) oder dem virtuosen „Czardas“ aus der „Fledermaus“ oder im heiteren „Boccaccio“-Duett mit dem Bassisten Frank Dolphin Wong, der hier und bei seinen Soloauftritten wieder einmal mit seiner kräftigen und schönen Stimme erfreute. Demgegenüber fiel der Tenor Konstantinos Stavridis stark ab, der mindestens technisch indisponiert war, was er durch die gestemmten hohen Töne nicht kaschieren konnte.

Heimische Chöre sehr gut vorbereitet

Die Chöre (Kirchenchor St. Bartholomäus Meggen, Gemischter Chor der Chorgemeinschaft Kreuztal 1851 und Männerchor St. Augustinus Dahlbruch-Kreuztal) waren sehr gründlich vorbereitet und von Maurizio Quaremba auch auf eine angemessene Ausdrucksentfaltung vorbereitet worden.

Stimmungsvolle Stücke wie der berühmte „Abendchor“ aus dem „Nachtlager von Granada“ oder die Hymne „Va pensiero“ aus Verdis „Nabucco“ konnten die Zuhörer tief beeindrucken; und der „Weiber“-Chor aus der „Lustigen Witwe“ sowie die „Wiener Walzerklänge“ zum Programmschluss machten spürbar gute Laune im Publikum. Lediglich die „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ geriet etwas zu brav.

Und zum richtigen Schluss natürlich wieder „Brindisi“ von allen zusammen – eben ein Reißer. Dieses Galakonzert war ein Rückblick. Bei der elften Gala wäre ein Blick nach vorne schön. Mal etwas Neues versuchen. Eine fest gefügte Form ist sicherlich hilfreich, kann aber leicht zur Routine erstarren. Dem sollte man vorbeugen.

Von Knut Lohmann

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2012-10-08 21:00
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