Ein drittes Hallenbad in Siegen ist zu teuer

Das Hallenbad Weidenau
Das Hallenbad Weidenau
Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Die drei städtischen Hallenbäder sind zu teuer. Der Sport- und Bäderausschuss diskutiert am Mittwoch eine Verwaltungsvorlage.

Siegen..  Darin kommt die Verwaltung zu dem Schluss, „dass deren (die Bäder) Aufrechterhaltung insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Sanierungsbedarfs nicht mit der Konsolidierungsrunde vereinbar ist“.

Das bedeutet: Siegen hat zwar drei Hallenbäder, kann sich aber nicht alle drei leisten.

Am ehesten – darauf weist die Verwaltung in dem Papier hin – käme das Hallenbad Löhrtor für eine Schließung in Betracht. „Sanierungsbedarf, Ertragssituation sowie Nutzungsarten“ sprechen nach einer Untersuchung der Technischen Gebäudewirtschaft gegen das Schwimmbad am Fuß der Oberstadt. 2013 spielte das Bad laut Verwaltung 135 500 Euro ein, kostete aber nahezu 644 000 Euro. Das macht ein Defizit von mehr als einer halben Million Euro, im Vergleich mit Eiserfeld (–459 000 Euro) und Weidenau (–478 000 Euro) der dickste Batzen.

Jederzeit Probleme zu erwarten

In den kommenden zehn Jahren, rechnen die städtischen Mitarbeiter, müssten zudem mehr als 1,6 Millionen Euro in das Hallenbad Löhrtor gesteckt werden. Das sei der „höchste Sanierungsbedarf“ unter den dreien. Allein den Posten „Sofortmaßnahme zur Aufrechterhaltung des Badebetriebs“ beziffern sie auf 268 000 Euro.

Die Verwaltung schlägt in ihrer Bewertung zwei Möglichkeiten vor: alle drei Bäder wie bisher zu betreiben oder eben eines zu schließen. Variante A hätte den Charme, Kapazitäten aufrecht halten zu können und insbesondere den täglichen Badebetrieb zu sichern.

Aber: „… die nicht zu finanzierenden Maßnahmen“, würden „das Risiko einer jederzeitigen Schließung aus Sicherheitsgründen bergen. Der mittel- und langfristige Sanierungsbedarf bliebe bestehen und würde die Antwort auf die Frage der wirtschaftlichen Vertretbarkeit lediglich vertagen und nicht lösen.“

1,6 Millionen Euro einsparen

Würde das Löhrtor-Bad geschlossen entfielen die gut 1,6 Millionen Euro Sanierungskosten. Zudem würde das mehr als stattliche Löhrtor-Defizit nicht mehr in den städtischen Büchern auftauchen. Allerdings: „Erhebliche Auswirkungen hätte die Schließung des Hallenbads Löhrtor auf den Badebetrieb.“

Die zuständige Beigeordnete Babette Bammann betont: „Unsere Bäder sind pickepacke voll.“ 80,1 Stunden Öffnungszeit pro Woche würden verloren gehen. Weidenau und Eiserfeld hätten dann noch 241,6 Stunden zu bieten.

Schulen und Vereine hätten zunächst zwar keine spürbaren Einbußen zu befürchten, um die Öffentlichkeit aber weiter – rechnerisch – schwimmen zu lassen, müssten Weidenau und Eiserfeld länger öffnen. Zudem müssten Schul- und Vereinssport dann doch reduziert werden. Schulen, die nicht aus Siegen stammen, kämen nicht mehr zum Zug.

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