Eike Otto Hammel - Von einem ganz besonderen Schlag

Eike Otto Hammel aus Oberholzklau
Eike Otto Hammel aus Oberholzklau
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eike Otto Hammel liebt seine Heimat und die Geschichte, die sich hinter hier verbirgt. Einmal angefangen, kann er nicht aufhören zu erzählen.

Oberholzklau.. Lautes Stimmengewirr herrscht im Flur. „Wo ist meine Tasche?“, ruft ein Mädchen. „Oma hat sie ins Wohnzimmer gestellt“, ruft jemand. Eike Otto Hammel hat Besuch. Seine Enkelkinder wuseln durch den Flur. Eike Otto Hammel wuselt ebenfalls, hat Material zusammengesucht und setzt sich erst nach einigen Minuten an den Tisch. Der 75-Jährige zieht den Mappenstapel heran und schlägt die erste Seite auf.

1983 den Heimat- und Verschönerungsverein gegründet

„Ich hab mich hier immer schon ein bisschen mit der Geschichte beschäftigt und wir haben ja 1983 den Heimat- und Verschönerungsverein gegründet. Dadurch bin ich da immer mehr reingekommen.“ 1999 regte er an, den Oberholzklauer Schlag von einem unsichtbaren zu einem sichtbaren Denkmal zu machen.

Schon in der Schule habe er vom Oberholzklauer Schlag gehört. In Heimatkunde war das damals. Das habe ihn gereizt, da habe er sich immer mehr reingesteigert. Die Faszination merkt man dem drahtigen Mann an. Er spricht schnell, weiß viel über das Dorf und seine Geschichte.

Den Holzklauer Schlag mag er am liebsten. „Der Holzklauer Schlag ist ein historischer Grenzübergang. In mehrfacher Weise sogar...“, erzählt er und erklärt, wieso die Grenze zwischen Stämmen Sprache und Religion trennte. „Die Hünsborner und die Oberholzklauer konnten fast nicht miteinander reden. Wenn ein Junge geboren wurde, nahm die Hebamme ihn, ging zum Fenster und sagte angeblich: „Da drüben ist das Siegerland, da musst du hin um Geld zu verdienen. Aber wenn du ein Mädchen mitbringst, dann brauchst du nicht nach Hause zu kommen“, erzählt Eike Otto Hammel und lacht.

Immer wieder kommt er auf den Oberholzklauer Schlag zurück: „Mit 30 Leuten waren wir im Einsatz, mussten riesige Bäume fällen. Aber das erkläre ich gleich vor Ort, das muss man persönlich sehen...“ Er erzählt weiter, zeigt alte Schriften, erklärt woher Oberholzklau seinen Namen hat, wie vor langer Zeit die Kirche aufgebrochen wurde, bis seine Tochter hereinkommt und ihn ermahnt: „Erzähl doch nicht gleich dein ganzes Buch.“ Erst dann erwähnt Eike Otto Hammel sein Buch, in dem er all diese Geschichten in jahrelanger Arbeit gesammelt hat. Bald soll es erscheinen, irgendwann Ende des Jahres.

Backes am Pfarrweiher für Hammel ein "sehr malerischer Ort"

Mit Affenzahn fährt Eike Otto Hammel in seinem Skoda durch das Dorf, redet dabei fast noch schneller als er fährt. Erster Halt ist die Kirche. Über enge Stufen und zuletzt eine meterlange wacklige Leiter geht es in den dunklen zugigen Turm hinauf. „Die Glocke sollte eigentlich im zweiten Weltkrieg für Munition eingeschmolzen werden. Als der Krieg vorbei war, konnte man die Glocke aber wieder abholen, denn zum Glück wurde sie nicht geschmolzen“, erzählt er und kann sogar noch die Inschriften auf der Glocke erklären. Beim Backes am Pfarrweiher bleibt Hammel kurz stehen, sagt nur: „Der Ort ist sehr malerisch. Es gibt keinen Kalender, wo der Backes nicht abgebildet ist.“

Hintergrund Weiter geht es hinauf in den Wald, über einen Weg, der nicht für normale Autos gemacht ist, den Eike Otto Hammel aber trotzdem fährt. Man merkt, dass er oft herkommt, jeden Baum kennt. Er redet ununterbrochen, während er den bemoosten Hohlweg entlanggeht, schnell und immer darauf bedacht, den Pfützen auszuweichen, die der Regen aufgeschwemmt hat. Er erzählt, wie die Ochsen sich mit den Karren die Berge emporgequält haben, wie extra Tiere angespannt wurden und wie die Fahrer im Dorf Rast machten.

Zuletzt etwas Persönliches

Manchmal kommt er im selbst genähten Kostüm und macht Führungen. Auf dem Rückweg erzählt er zum ersten Mal etwas Persönliches. „Ich bin eigentlich gelernter Schaufensterdekorateur, habe aber später mit Blumen gehandelt. Wenn ich nicht gearbeitet habe, bin ich viel gereist, durch England. Die Kelten, die waren nämlich ein ganz besonderes Volk, die haben...“

Folgen Sie uns auch auf Facebook.