Duales Studium in Siegen neu aufgestellt

Foto: Jens Plaum
Was wir bereits wissen
Universität, Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Berufskolleg Technik in Siegen haben den Dualen Studiengang Maschinenbau umgekrempelt.

Siegen..  Mehr Praxis wurde in die Ausbildung zukünftiger Akademiker gepackt gesteckt.

Für die Karriere

Zweieinhalb Jahre bis zum Gesellenbrief, weitere zwei bis zum ersten akademischen Abschluss. Geht es nach dem Willen der Universität Siegen soll es ab Sommer kommenden Jahres in Sachen Maschinenbauen und Karrieremachen eine weitere Option in der Region geben.

Zwar gibt es bereits seit 2001 einen ähnlichen dreieinhalbjährigen Studiengang. Der allerdings verdient den Namen Duales Studium eigentlich nicht, betont Professor Ralph Dreher, Leiter des Lehrgebiets Technikdidaktik an der Hochschule, anlässlich der Vorstellung des Ausbildungsgangs am Montag. Denn dieser hält für die Absolventen lediglich den Bachelor Maschinenbau vor. Eine betriebliche Ausbildung ist nicht vorgesehen.

Der neue Studiengang indes sorgt mit dem Facharbeiterbrief – bislang ist die Rede von Industriemechaniker – dafür, dass selbst Abbrecher nicht mit buchstäblich leeren Händen da stehen. Wenn sie die ersten zweieinhalb Jahre durchhalten. Ein „Fangnetz“ im Sinne der Fachkräftesicherung nennt das Ralph Dreher.

Bislang habe insbesondere der betriebliche Teil der Ausbildung gelitten, kritisiert Winfried Schwarz, Geschäftsführer des Wittgensteiner Schraubenherstellers Ejot. Die vorlesungsfreie Zeit sollen die Dual-Studenten eigentlich im Unternehmen verbringen. Allerdings ist dann Klausurphase angesagt, und zwar im Rhythmus mittwochs und samstags.

Die Folge: Die Studenten denken eher an die nächste Prüfung als an Probleme, die im Betrieb gelöst werden müssen. „Ich habe sie meist zum Lernen nach Hause geschickt“, sagt Winfried Schwarz. Ob diese spezifischen Schwierigkeiten mit dem neuen Modell behoben werden können, ist vorerst offen. Sicher indes ist: Die Ausbildung wird entzerrt. Allein dadurch gebe es mehr Zeit für die potenziellen Akademiker im Unternehmen.

Für die Region

„Wir sind die einzige Uni, die so etwas anbietet“, sagt Prorektor Professor Franz-Josef Klein. „Das ist ein attraktives Angebot für leistungsfähige Auszubildende, die zukünftig eine Doppelqualifikation nachweisen könne“, hebt Axel E. Barten hervor, IHK-Vizepräsident und Geschäftsführer des Siegerländer Walzwerkanlagen-Herstellers Achenbach Buschhütten. Die Zielgruppe mag überschaubar sein. Im 2001er Studiengang sind pro Semester 30 bis 35 Studenten eingeschrieben, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. Allerdings: Der Maschinen- und Anlagenbau hat für Südwestfalen im Allgemeinen und das Siegerland im Besonderen außerordentliche Bedeutung.

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