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Druck auf den Einzelhandel

18.03.2008 | 20:02 Uhr
Druck auf den Einzelhandel

Siegen. (wp) Die Gewerkschaft Verdi hat am Dienstag die Karstadt-Filiale in Siegen bestreikt.

Rund 40 der 100 Mitarbeiter legten die Arbeit nieder und fuhren zu einer Großkundgebung nach Essen, wo 4000 Demonstranten erwartet wurden. Das Warenhaus in Siegen öffnete pünktlich. Die Geschäftsführung rechnete nicht mit Einschränkungen für die Kundschaft.

Im Juli und Dezember vergangenen Jahres war in dem aktuellen Tarifkonflikt, der seit Monaten schwelt, der jetzige Realmarkt an der Eiserfelder Straße bestreikt worden. Die Streikbereitschaft unter der Real-Belegschaft, so Gunnar Klapp, Verdisekretär für Siegen/Olpe, sei momentan aber nicht sehr groß. Grund seien von der Konzernzentrale angekündigte Kürzungen in Siegen im Personalbereich. „Dort kursiert im Moment die Angst vor einem Personalabbau”, so Klapp. Der Arbeitgeber habe betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

Mit der Streikbereitschaft innerhalb der Karstadt-Belegschaft war die Gewerkschaft gestern zufrieden. Wenngleich Verdi-Geschäftsführer Jürgen Weißkirch die Karstadt-Mitarbeiter scharf anging, die sich an dem Tagesausstand nicht beteiligen wollten. „Nicht nur der Arbeitgeber ist euer Feind. Auch die Kollegen, die den Streik brechen, sind eure Feinde.”

Dass Mitarbeiter wegen der unsicheren Zukunft des Karstadt-Hauses (die WP berichtete) dem gestrigen Streik ferngeblieben seien, glaubt Klapp nicht: „Die wissen das Eine vom Anderen schon zu trennen”.

Der Tarifkonflikt im NRW-Einzelhandel schwelt seit Monaten. Für die 400 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen fordert Verdi 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, ein Mindesteinkommen von 1500 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung, sowie einen Sicherheitstarifvertrag mit Mindestbesetzungsregelungen für die Filialen. Die Arbeitgeber bieten Einkommenserhöhungen von 1,7 Prozent. Sie wollen zudem nach der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten Spät-zuschläge teilweise streichen.

Weißkirch nannte das Arbeitgeberangebot eine „Minusnummer”.

Boris Schopper

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