Drogendiebstähle in Serie

Zwischen 70 und 100 Euro täglich soll der 34-jährige Täter für Drogen ausgegeben haben.
Zwischen 70 und 100 Euro täglich soll der 34-jährige Täter für Drogen ausgegeben haben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
34-jähriger ist geständig und wird verurteilt Er bekommt eineinhalb Jahre und die Aussicht auf eine Therapie

Siegen..  „Drogen, Heroin und Tabletten“, nannte der Angeklagte als Hintergrund für die Serie von acht Ladendiebstählen im Sommer 2013, die ihm gestern im Siegener Schöffengericht vorgeworfen wurden. Parfum und Tabak hatte er geklaut, ein paar Mal aber auch Laptops. Er habe „zwischen 70 und 100 Euro täglich“ für die Drogen gebraucht, erklärte der 34-Jährige N. auf Nachfrage von Amtsrichter Uwe Stark.

Der Vorsitzende hatte eine ganze Reihe von Zeugen geladen, nachdem bei zwei vorangegangenen Terminen kein Abschluss des Verfahrens möglich gewesen war. „Ich bin diesmal ermächtigt, alles einzuräumen“, machte Verteidiger Andreas Trode aber am Dienstag sofort klar, dass keine weiteren Vernehmungen mehr nötig waren.

Keine Arbeit, keine Struktur

Sein Mandant hatte seit 1997 ein gutes Dutzend Vorstrafen gesammelt, insgesamt bereits mehr als drei Jahre abgesessen. Inzwischen habe er Kontakt zur Drogenberatung aufgenommen, wolle arbeiten und eine Therapie machen, versprach der Mann. Staatsanwältin Tanja Sotelsek beantragte ein Jahr und sechs Monate, sah allerdings keinen Raum für eine Aussetzung zur Bewährung. Die guten Absichten des Angeklagten erkannte sie wohl an. Andererseits habe sich N. bisher von den Hafterfahrungen nicht von weiteren Taten abschrecken lassen. Aktuell habe er noch keine Arbeit und damit einen unstrukturierten Tagesablauf. Wenn letzteres ein gewichtiger Vorwurf sei, könne keinem Arbeitslosen eine positive Sozialprognose gestellt werden, widersprach Verteidiger Trode, fand „aus dem Bauch heraus“ auch ein Jahr und vier Monate für ausreichend und bat das Schöffengericht, sich über die Bewährung Gedanken zu machen.

Die Gedanken der drei Verantwortlichen führten zu einem Jahr und vier Monaten ohne Bewährung, aber mit der Möglichkeit, durch Antreten einer Therapie eine Strafverbüßung zu vermeiden. „Dieser Druck muss sein“, gab Stark dem Angeklagten mit: „Wenn Sie sich bemühen, werden sie die Strafe nicht antreten müssen.“ Das sei der richtige Weg für ihn.

Das Gericht könne sich auch noch andere Lösungen vorstellen, die aber vom Gesetzgeber noch nicht ermöglicht seien.

Folgen Sie uns auch auf Facebook.