Drei Jahre Haft für Serieneinbrecher (21) aus Siegen

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Was wir bereits wissen
Allein das Vorlesen der 19 Anklageschriften dauert fast eine Stunde.

Siegen..  Von Mitte Oktober 2013 bis Dezember 2014 hat Noris A. (21) mit Freunden eine Einbruchsserie verübt, Geld, Handys, Tablets und Notebooks gestohlen, aber auch eine Gaspistole und einen Revolver. Bei einigen Taten blieb’s beim Versuch; jedoch versuchte er zum Beispiel einen „gefundenen“ Scheck in seinem Namen einzulösen und wurde zweimal mit Drogen erwischt. Außerdem hat er mit einer gestohlenen EC-Karte für 3282,59 Euro eingekauft und soll eine Bekannte bedroht und zu einer Straftat gezwungen haben.

Der geborene Siegener, ohne deutschen Pass und mit Aufenthaltsgenehmigung bis Mitte Mai, gibt fast alle Taten zu. Den Scheck habe er jedoch tatsächlich gefunden, in einem Brief im Haus seiner Freundin.

Nur bei drei Vorfällen meldet er Widerspruch an. Die Bekannte etwa habe er nicht bedroht. Sie habe schließlich schon drei Tage nach dem Kennenlernen mit ihm geschlafen, „obwohl sie wusste, dass ich eine Freundin habe“.

Der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts, Richter Peter Kolb, hat für den ersten Verhandlungstag keine Zeugen geladen, weil er auf ein umfassendes Geständnis hofft. Die drei strittigen Vorwürfe werden eingestellt, nachdem Noris A. 16 Mal genickt und einige Male erklärt, allein gehandelt zu haben, wo noch Mittäter in der Anklage stehen. „Ich kann es ja nicht ändern. Es stimmt alles. Aber ich wurde dazu gezwungen, stand zu der Zeit völlig unter Amphetaminen“, sagt er.

Jugendgerichtshilfevertreter Reinhold Schneider erläutert das Vorleben des Angeklagten, der 2009 das erste Mal straffällig wurde, eines von sieben Geschwistern ist und weder einen Schulabschluss, noch eine Ausbildung aufweisen kann. Die Mutter sei 2012 mit 40 gestorben, das habe A. schwer getroffen. Seine Freunde seien meist ebenfalls kriminell. Seit zwei Jahren habe Schneider aber keinen Kontakt mehr zum Angeklagten, rät trotzdem zur Anwendung von Jugendstrafrecht.

Nicht viel Positives

Bewährungshelferin Robina Mahmood kann auch nicht viel Positives berichten. A. wurde 2012 zu einer Jugendstrafe von zehn Monaten und 150 Sozialstunden verurteilt. 20 hat er seither abgeleistet, danach keine Lust mehr gehabt. Er habe ein Drogenproblem, sei aber nie zu einer Beratung bereit gewesen. „Er ist eigentlich ein intelligenter junger Mann. Aber er nutzt seine Möglichkeiten nicht.“

Unter Einbeziehung der zehn Monate beantragt Staatsanwalt Günter Scholz drei Jahre Jugendeinheitsstrafe. Verteidiger Wehn hält das für angemessen, bittet aber um eine Therapiemöglichkeit. Sein Mandant sei lange auf schiefen Bahnen unterwegs gewesen, „vielleicht immer noch drogenabhängig“, mache heute aber auf ihn einen besseren Eindruck.

Richter Peter Kolb und seine Schöffen verhängen drei Jahre und geben Norris A. über §35 Betäubungsmittelgesetz die Möglichkeit einer Drogentherapie.

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