Drama eines Mörders im Apollo-Theater
12.10.2008 | 19:07 Uhr 2008-10-12T19:07:00+0200Siegen. "Dead Man Walking" heißt es in US-Gefängnissen, wenn ein Todeskandidat zur Hinrichtung gehen muss. "Dead Man Walking" heißt auch die Oper, die in einer spektakulären Inszenierung am 18. und 20. ...
... Oktober im Apollo-Theater Siegen zu erleben ist.
Dieses Werk des Komponisten Jake Heggie räumt gründlich auf mit dem Vorurteil, zeitgenössische Oper sei schwer verständlich. Musikalisch orientiert sich diese Oper eher an sinfonischer Filmmusik, an Leonard Bernstein, mitunter auch an Gospel- und Pop-Anklängen. Es geht um zeitlose Themen wie Schuld und Erlösung, Rache und Vergebung.
Im Mittelpunkt steht die Nonne Helen, die eine Brieffreundschaft mit einem Häftling begonnen hat, die allmählich zu einer Zerreißprobe für ihren Glauben und ihre Überzeugungen wird. In dem Todeskandidaten Joseph De Rocher erlebt sie einen von Todesangst gequälten Menschen - und weiß doch um die beiden grauenhaften Morde, für die er verurteilt wurde und die er leugnet.
Während Helen den Täter geistlich begleitet, begegnet sie den Familien der Opfer und wird mit deren unermesslichem Leid konfrontiert. Joseph dagegen muss seiner Tat ins Gesicht sehen, damit er im Angesicht des Todes die Angehörigen der Opfer um Vergebung bitten kann.
"Dead Man Walking" erzählt eine wahre Geschichte: Die Nonne Helen Prejean, die mehreren Verurteilten bis zur Hinrichtung geistlichen Beistand leistete, schrieb ein Buch über ihre Erfahrungen, das durch den Oscarpreisgekrönten Film mit Susan Sarandon und Sean Penn aus dem Jahre 1995 international bekannt wurde.
Uraufgeführt wurde die Oper im Jahr 2000; seitdem ist sie an etlichen Opernhäusern in den USA, in Kanada, Europa und Australien inszeniert worden.
Karten (20 - 30 Euro, ermäßigt 12 - 23 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (dienstags bis freitags 13 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online: www.apollosiegen.de.
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