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Doch ein Platz für Walter Krämer?

09.09.2011 | 13:11 Uhr
Doch ein Platz für Walter Krämer?
Walter Krämer

Siegen. Die Benennung der neu zu bauenden Brücke über die Sieg nach Walter Krämer ist zwar im Juni vom Rat abgelehnt worden. Dennoch ist eine Ehrung nicht vom Tisch: Im Vorfeld des Symposiums „Leben im Widerstand“ wird ein Vorschlag aus dem Kreishaus diskutiert. den neuen Platz vor dem Kreisklinikum nach Krämer zu benennen.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein und die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. richten am 22. Oktober im KrönchenCenter das Symposium zu Ehren des Siegener Humanisten Walter Krämer aus, dessen Ermordung im Außenlager Goslar des KZ Buchenwald sich am 6. November diesen Jahres zum siebzigsten Mal jährt.

Die jüngsten Versuche eine angemessene Würdigung Krämers zu erwirken, waren knapp im Rat gescheitert. Nach der anschließenden überraschenden Ankündigung der CDU-Ratsfraktion, nun doch zu einer Ehrung bereit zu sein, ist bislang jedoch nichts weiter geschehen.

Siegener CDU-Fraktion muss reagieren

Nach dem gescheiterten Versuch ist die VVN sehr gespannt darauf, was „die CDU nun als konsensfähigen Vorschlag aus dem Hut zaubern möchte“. Umso interessanter sei aus Sicht der VVN-BdA ein Vorschlag aus dem Siegener Kreishaus, der seit geraumer Zeit im politischen Raum kursiert und auf Landrat Paul Breuer zurück geht. Dieser hatte vorgeschlagen, den neu gestalteten Platz vor dem Eingangsbereich des Weidenauer Krankenhauses nach Walter Krämer zu benennen. Dies war bereits Thema in der Gesellschafterversammlung. Vor Jahren war schon einmal gefordert worden, das Haus Siegen des Kreisklinikums nach dem Siegener Kommunisten zu benennen. Der Vorschlag verhallte jedoch ungehört.

Zahlreiche Experten zu Symposium erwartet

„Aus unserer Sicht ist dieser neue Vorschlag Paul Breuers eine äußerst interessante Variante, die hoffentlich auch im Siegener Rat gehört werden wird“, schreibt die VVN in einer Erklärung. Die von allen anerkannten Leistungen Krämers, die auch zu seiner Würdigung durch die israelische Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem geführt hatten, sind die als „Arzt von Buchenwald“. „Die Verknüpfung seines Namens mit einem Ort des Heilens und der Pflege wäre demnach aus unserer Sicht der richtige Weg, da dies auch für

später Zeiten eine gute Anknüpfungsmöglichkeit böte, um Geschichte zu vermitteln.“

Selbstverständlich müsste über die genaue Ausgestaltung dieses Ansinnens noch beraten werden. „Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein kann sich mit dem Gedanken unter bestimmten Voraussetzungen jedoch anfreunden und hat dies Paul Breuer auch bereits mitgeteilt.“ Die Vereinigung empfiehlt den Siegener Ratsfraktionen den Vorschlag des Landrates ebenfalls genau zu prüfen.

Zum Symposium im KrönchenCenter am 22. Oktober werden Gäste aus der ganzen Bundesrepublik erwartet. Für die VVN-BdA wäre doch für alle gut, diesen anlässlich des 70. Jahrestages der Ermordung Krämers endlich eine konsensfähige Lösung präsentieren zu können.

Alexander Völkel

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Kommentare
10.09.2011
12:28
Doch ein Platz für Walter Krämer?
von JoeMertensVVNBdASiWi | #2

Die LINKE ist ein Kooperationspartner für uns wie andere auch. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass wir für alle ansprechbar sind. Die VVN-BdA ist eine überparteiliche Organisation, dass macht gerade hier in Siegen auch ihre heterogene Mitgliederschaft deutlich. Den Vorschlag, und das haben wir auch Herrn Breuer zum Ausdruck gebracht (anderen übrigens auch), finden wir im Grunde gut. Wir haben aber auch deutlich gemacht, dass es bei der bloßen Benennung nicht bleiben darf. Herr Mues, Walter Krämer ist eine Persönlichkeit, die eine außerordentliche Würdigung verdient und nicht nur die Benennung eines Platzes, die keiner wahrnimmt und die dazu dient endlich einen Deckel auf eine Auseinandersetzung zu setzen. Vielleicht können sich diesen Schuh ja alle Parteien im Rat anziehen, dass die Jahrzehnte währende Diskussion um Walter Krämer zu einem unwürdigen kommunalpolitischen Geschacher verkommen ist. Sich aus dieser Situation befreien, ist nun angezeigt. Da muss aber dann auch die CDU eben noch ein bisschen weiter über ihre eigene Schatten springen.

10.09.2011
01:19
Doch ein Platz für Walter Krämer?
von BMSteffenMues | #1

Dieser Vorschlag ist von Jens Kamieth und mir in einer Ratssitzung vor einigen Monaten gemacht worden und von den Linken mit großer Empörung zurückgewiesen worden. Da die Linken bisher immer den Eindruck erweckt haben, auch für die VVN-BDA zu sprechen, ist dieser Vorschlag, der in der Tat ein hervorragender Kompromiß wäre, nicht weiter verfolgt worden. Bekanntlich ist die Behauptung im Bericht der WR, es sei überraschend gewesen, daß die CDU für eine Ehrung sei, falsch. Die CDU war für eine Ehrung Walter Krämers, nur eben nicht für die neue Oberstadtbrücke. Was SPD, Grüne und Linke geritten hat, mitten in den Konsensverhandlungen ausgerechnet diesen Vorschlag zu machen, obwohl klar war, daß es hierfür keine Mehrheit geben würde, bleibt deren Geheimnis. Wenn man jemanden ehren will, macht man das nicht in einer Kampfabstimmung. Im übrigen hat die CDU zu einer interfraktionellen Besprechung zu diesem Thema bereits eingeladen. Vielleicht kann man sich ja tatsächlich auf den Platz vor dem Kreisklinikum einigen, jetzt wo sogar die WR diesen CDU-Vorschlag gut findet.

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