Diskussion um Anlaufstelle für Süchtige
27.08.2009 | 18:52 Uhr 2009-08-27T18:52:00+0200
Siegen-Weidenau. Wie ein Hausarzt, der seinen Patienten zur weiteren Behandlung an den Facharzt überweist, musste sich jetzt Vorsitzender Wilhelm Rothenpieler bei der jüngsten Sitzung des Weidenauer Bezirksauschusses fühlen.
Und die Überweisung des „Patienten” erfolgte schließlich einstimmig.
Denn das Gremium sah sich zur Behandlung eines Antrages, den Ausschussmitglied Ulrich Möller (CDU) gestellt hatte, weder fachlich noch sachlich zuständig und damit überfordert. Der Christdemokrat wollte nämlich erreichen, „dass die Verwaltung umgehend dafür Sorge trägt, dass die zweifellos immer größer werdende Anzahl von kranken Personen im Drogenbereich eine entsprechende Anlaufstelle bekommen, wo ihnen medizinisch und menschlich geholfen werden kann".
Eher hinter vorgehaltener Hand wurde in diesem Zusammenhang mitgeteilt, was eigentlich nichts Neues ist – dass auch imWeidenauer Zentrum Drogensüchtige ihre Aufenthaltsorte haben. Besonders Schulkinder, die an Drogensüchtigen, die sich Spritzen setzen, vorbeigehen müssten, seien gefährdet.
Streetworker werden vermisst
Obwohl der Ausschuss deutlich machte, dass er in dieser Angelegenheit nicht der richtige Ansprechpartner sei und den Antrag damit zur weiteren Behandlung an die „zuständigen” Gremien Sozial-und Jugendhilfeausschuss verwies, erfolgte doch eine rege Diskussion zur Drogenproblematik „vor Ort”. Da wurden Streetworker, wie es sie in anderen Großstädten gibt, vermisst und eine stärkere Berücksichtigung der „aufsuchenden Hilfe” gefordert.
Ausschussmitglied Lorenz (SPD) betonte in diesem Zusammenhang, dass die Angebote immer nur freiwillig sein könnten. Gleichwohl kam der Hinweis, dass es auch in Siegen Anlaufstellen bei den Wohlfahrtsverbänden und in den Kliniken gebe, wo Drogensüchtige Hilfe bekommen könnten. Entgiftungen fänden bereits in großem Umfange statt, so Ausschussvorsitzender Wilhelm Rothenpieler. Doch in einer „zerklüfteten Stadt” könnten die Hilfsmaßnahmen nicht überall greifen. Jetzt soll sich die Verwaltung weitere Gedanken machen, wie das Problem besser in den Griff zu bekommen ist.
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