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Diese Smartphone-App soll Geld und Energie sparen

18.10.2012 | 16:36 Uhr
Diese Smartphone-App soll Geld und Energie sparen
Prof. Volkmar Pipek mit seinen erfolgreichen Studentinnen Katja Gutjahr, Christiane Nusch und Insa Kanold (von links).Foto: Uni Siegen

Siegen.   Studierende der Uni Siegen haben die drei ersten Plätze bei einem Informatik-Wettbewerb belegt. Die Smartphone-App „Social Energy Saver“ bringt Menschen zusammen, die Strom und Sprit gemeinsam nutzen.

Je mehr Fliegen eine Klappe erwischt, desto besser muss sie sein. Insofern ist es nicht weiter erstaunlich, dass Laura Festl und Christiane Nusch von der Universität Siegen den 1. Platz belegt haben beim von der Gesellschaft für Informatik (GI) veranstalteten studentischen Wettbewerb „Usability Challenge 2012“. Denn ihre Smartphone-App „Social Energy Saver“ verbindet gleich drei Vorteile: Sie spart Energie, sie spart Geld, und man lernt neue Leute kennen.

Die Idee der beiden jungen Frauen: Wer abends seine Lieblingsfernsehserie schauen möchte, kann sich Gleichgesinnte suchen. Dann läuft nur ein Fernseher statt mehrerer. Wer etwas Kochen möchte, tut sich mit anderen zusammen. Dann schmeckt es besser, und die Zahl der benutzten Kochplatten und abzuspülenden Töpfe und Pfannen ist geringer. Und wer mit dem Auto zum Einkaufen oder zum Konzert fahren möchte, sucht sich Mitfahrer, erhöht den Spaßfaktor und senkt den Spritverbrauch.

Dazu rechnet die App aus, wie viel CO2 der Nutzer spart, wenn er bestimmte Angebote nutzt. Jeden Monat könnte dann beispielsweise eine Energiespar-König gekürt werden. Bevor man die Angebote nutzen kann, muss man allerdings zunächst ein Profil seiner Aktivitäten und Bedürfnisse erstellen. Das Problem dieser pfiffigen Idee: Sie funktioniert theoretisch wie praktisch, aber sie läuft noch nicht. Die Studentinnen haben sie bisher nur simuliert. „Die komplette Programmierung wäre zu viel Arbeit gewesen“, sagt Prof. Volkmar Pipek vom Fachbereich Wirtschaftsinformatik. Im Rahmen des Studiengangs Human-Computer-Interaction (HCI), in dem es darum geht, die Technik an den Menschen anzupassen, war die Teilnahme am Wettbewerb eine praktische Übung.

Interessierte Unternehmen haben sich schon gemeldet

Aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass der soziale Energiesparer es in die richtige Praxis schafft. Bei den Studentinnen haben sich schon interessierte Unternehmen gemeldet, und Pipek berichtet von verschiedenen Projektanträgen, bei denen es darum geht, das Energie-Verbrauchsverhalten zu visualisieren: „Wenn wir da einen Zuschlag bekommen, würden wir das auch selbst bauen.“

Aber der Professor kann nicht nur auf Laura Festl und Christiane Nusch stolz sein. Denn bei dem Wettbewerb wurden insgesamt drei Preise vergeben. Und die gingen alle drei nach Siegen. „2011 haben wir zwei von drei Preisen gewonnen“, sagt Pipek. „Das war ja auch schon nicht schlecht.“ Und wie erklärt er den Erfolg der Siegener? „Wir haben hier einen Startvorteil: Unser Master-Studiengang ist sehr neu. Und die Studierenden sind an interdisziplinäres Arbeiten gewohnt.“

Den zweiten Platz bei der Benutzbarkeits-Herausforderung 2012, zum Thema Energiespar-App belegen gleich drei junge Frauen: Katja Gutjahr, Insa Kanold und Anne Pillmann haben ein Energiespar-Quiz für Kinder ab 12 Jahren entwickelt. Und weil die bestimmt auch alle Englisch können, heißt das Energy Key. Deutsch: Schlüssel. Jeder Spieler hat zu Beginn drei Leben. Wer eine Frage falsch beantwortet, verliert eines davon. Wer sich aber gut auskennt und überlebt, der erreicht die Bonusrunde. Und in der wird es lustig. Da gibt es zum Beispiel das Windrad-Spiel. so ein Rad erscheint auf dem Bildschirm. Und das erzeugt Strom, wenn das Kind in die Sprechmuschel bläst - nach der alten Windrad-Devise: Viel Wind, viel Strom. Und in diesem Fall: viele Punkte.

Den dritten Platz belegten vier Studierende gemeinsam, darunter sogar drei männliche. Ihre App liefert motivierende und ratgebende Unterstützung von Stromsparmaßnahmen in Organisationen.

Was alle Ideen gemeinsam haben und was Hoffnung macht, dass es vielleicht doch noch klappen könnte mit der Energiewende und der Begrenzung der Stromrechnung: So macht Sparen Spaß.

Harald Ries



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