Die Rockies im Berschebachtal

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Was wir bereits wissen
Die Landwirte Eberhard und Antje Kämpfer wollen weiteres Aktionsfeld erschließen und der bisher in Ferndorf beheimateten „Rainbow Valley Ranch“ von Noémie Pauwels ein neues Zuhause bieten.

Netphen.. Ein Reitgelände als Natur- „Mountain Trail Park“, ein Pferdestall, den Missouri Foxtrotter bewohnen — das Unglinghausener Berschebachtal wird ein bisschen amerikanisch. Die Landwirte Eberhard und Antje Kämpfer wollen weiteres Aktionsfeld erschließen und der bisher in Ferndorf beheimateten „Rainbow Valley Ranch“ von Noémie Pauwels ein neues Zuhause bieten.

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„So richtig vorstellen kann ich mir das im Moment noch nicht“, sagte Iris Cremer (CDU) — auch nicht nach dem Ortstermin, bei dem Eberhard Kämpfer dem Stadtentwicklungsausschuss das Vorhaben vorgestellt hatte: Auf etwa 8700 Quadratmetern Weide wird ein Hindernis-Parcours angelegt — mit Hürden aus Materialien, „wie sie in der Natur vorkommen“. Hier ein Bach, dort ein Baumstamm, eine Wippe, ein Felsen dann noch eine hölzerne Hängebrücke, natürlich nur einen Fußbreit über den Boden. Dazu ein Stallgebäude für etwa zehn Pferde und ein Heu­lager.

Auf Harmonie zwischen Tier und Mensch ausgelegte Sportart

Ein „Trail“ wie in den Rocky Mountains. Für Pferde, wie sie auch die Ranger in den Wäldern von Missouri begleiten. „Das ist unheimlich im Kommen“, berichtete Eberhard Kämpfer über die naturnahe, auf die Harmonie von Tier und Mensch ausgelegte Sportart, die hier vor allem im Sommer in Lehrgängen vermittelt werden wird. Erst drei solcher Parks gebe es in Deutschland, „Netphen könnte der vierte sein.“ Neben den Lehrgängen, an denen jeweils etwa ein halbes Dutzend Reiter teilnehme, werde es etwa zwei größere Turniere im Jahr geben, zu denen um die 200 Teilnehmer und Zuschauer erwartet werden.

Vor allem das war der Punkt, an dem die Nachfragen der Kommunalpolitiker einsetzten: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute erfreut sind, wenn die Doppelgespanne durch ihr Wohngebiet fahren“, sagte Reiner Engelhard (FDP). Tatsächlich will die Stadt die Zufahrt über den Haferweg und die Straße Zum Berschebach unterbinden. Einzige Anbindung wäre dann die K 27, die Unglinghausen und Setzen verbindet: Verkehr aus und in Richtung Setzen müsste dann die Spitzkehre zu dem ins Tal hinabführenden Wirtschaftsweg bewältigen. Das, so Vorsitzende Annette Scholl (SPD), sei „durchaus problematisch“. Keine Schwierigkeiten indes soll das Parken bereiten. Auf dem Kämpferschen Anwesen an der Hüttentaler Straße ist Platz, das künftige Reitgelände von dort zu Fuß leicht erreichbar.

Autismus-Wohnlage entsteht in einem Nachbartal

Entscheidungshilfe wollen sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses in einem Film holen, der eine vergleichbare Anlage darstellt. Erst nach einer internen Beratung in den Fraktionen soll das Vorhaben wieder auf die Tagesordnung kommen. Dem anderen großen Vorhaben für den Ort kommt der Trail Park übrigens nicht in die Quere, wie sich Manfred Heinz (SPD) versichern ließ: Die Autismus-Wohnlage des Vereins Autismus Siegen entsteht in einem einen Kilometer entfernten Nachbartal.