Die meisten Schrottsammler im Siegerland sind illegal unterwegs

Rollende Schrottsammler.
Rollende Schrottsammler.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die rollenden Schrottsammler gehen nicht nur vielen Bürgern auf die Nerven, die meisten von ihnen sind auch illegal unterwegs. Doch Ordnungsgelder schrecken die Sammler nicht ab: Viel zu einträglich ist das Geschäft mit dem wertvollen Altmetall.

Siegerland.. Die rollenden Schrottsammler, die seit rund eineinhalb Jahren vermehrt durch das Siegerland fahren, gehen vielen Bürgern auf die Nerven. Die meisten von ihnen sind illegal unterwegs. Doch Ordnungsgelder schrecken die Sammler nicht ab. Viel zu einträglich ist das Geschäft mit dem wertvollen Altmetall. „So lange die Altmetallpreise auf hohem Niveau verharren“, weiß Helge Klinkert, Umweltdezernentin beim Kreis Siegen-Wittgenstein, „werden die Sammler auch zu uns gereist kommen.

Es sind stets die gleichen Melodien, mit denen die Klüngelskerle mit Nummernschildern aus dem Ruhrgebiet oder dem südosteuropäischen Raum vor allem an Samstagen durch Wohngebiete tingeln. „Es ist schon vorkommen“, sagt Polizeisprecher Michael Zell, dass an einem Wochenendtag fünf oder sechs Schrottsammler durch einen Ort fahren.“ Beschwerden von Anwohnern gebe es immer wieder.

Schrottsammler müssen Genehmigung nachweisen

Meist sind die fahrenden Sammler auf der Suche nach abgestelltem Elektroschrott am Straßenrand. Zugreifen dürfen sie allerdings nicht. „Wenn jemand die Kommune beauftragt hat, Elektroschrott abzuholen, hat die Gemeinde auch das Recht, die Sachen einzusammeln“, erklärt Zell. In einem solchen Fall begehe ein Schrottsammler schlicht einen Diebstahl. Da aber manche Bürger im Wissen, dass Schrottsammler regelmäßig vorbei kommen, ihren Elektromüll einfach an den Straßenrand stellen, sei es für die Polizei bei Kontrollen schwer zu ermitteln, ob es sich bei dem Altmetall auf der Ladefläche um Diebesgut handele oder nicht. Dann bleibt nur die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens. Denn seit Mitte dieses Jahres, seitdem das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz gilt, müssen Schrottsammler eine Genehmigung zum Sammeln nachweisen. Wer Schrott einsammelt, muss den Nachweis erbracht haben, dass er die Stoffe auch ordentlich recycelt beziehungsweise entsorgt. Fahrende Sammler, die aus dem Ruhrpott oder von noch weiter her ins Siegerland kommen, haben eine solche Genehmigung in aller Regel nicht. Mehr als 100 Strafanzeigen und Ordnungswidrigkeitsverfahren hat die Siegener Polizei kreisweit in diesem Jahr bislang eingeleitet.

Nicht nur das penetrante Gedudel vom Tonband (Zell: „Das Abspielen der Musik ist nicht erlaubt.“) und das widerrechtliche Einsammeln von Schrott bereiten der Polizei Sorgen . Vielmehr sind es mögliche kriminelle Hintergedanken, mit dem ein Teil der Schrottsammler durch die Straßen fährt. „Wir gehen davon aus, dass manche dieser Händler auskundschaften, wo metallverarbeitende Betriebe sitzen“ – zu beweisen sei das kaum. Die Zahl der Einbrüche und Diebstähle bei solchen Firmen ist allerdings seit Jahren konstant auf einem hohem Niveau.