Die Kunst der Entspannung erlernen

Beim Einführungskurs für Eltern und Kinder konnten die Teilnehmer erste Yoga-Erfahrungen sammeln.
Beim Einführungskurs für Eltern und Kinder konnten die Teilnehmer erste Yoga-Erfahrungen sammeln.
Foto: Max Amos
Yoga-Lehrerin Anika Leititis begrüßt die Gäste zum Familienyoga-Workshop. Eltern und Kinder betreten den lichtdurchfluteten Raum, aus dem leise meditative Musik vernehmbar ist.

Siegen..  An den Wänden stehen kleine Buddha-Statuen und vereinzelte Pfähle, die aussehen wie Bambus. Das bleiben jedoch für die nächsten Minuten die einzigen Klischees, die Uneingeweihte mit der indischen Lehre in Verbindung bringen würden.

Stattdessen beginnt Leititis mit einer spielerischen Einführung in die Welt der Konzentration und Körperbeherrschung.Das Studio „Kiana Yoga Siegen“ hat eingeladen, um eine kostenlose Einführung in die vielfältigen Yoga-Techniken zu bieten. Außerdem werden Spenden für den Verein „Susan G. Komen Deutschland“ gesammelt, der sich mit der Aufklärung über und Prävention von Brustkrebs beschäftigt – und gezeigt, wie Yoga bei der Bewältigung der Krankheit helfen kann. Das Siegener Studio nimmt an dessen bundesweiter Initiative „Yoga for the cure“ teil, die über die Krankheit informieren und Möglichkeiten des Umgangs mittels Meditation und Bewegung aufzeigen soll.

Im spielerischen Familienworkshop kriechen die Teilnehmer mal als Löwen über den Boden und brüllen sich gegenseitig an, mal springen sie durch den Raum, als liefen sie über heiße Kohlen. Es sieht zuweilen lustig aus. Die Kinder lachen, doch sind voll bei der Sache. Als sich alle auf den Boden legen und die Augen schließen, kehrt wieder Ruhe ein. Zum Schluss murmeln alle die Grußformel „Namaste“.

„Schon vorbei?“ flüstert ein Mädchen, fast ein wenig enttäuscht. Doch Leititis nimmt sich noch einmal Zeit für sie, erklärt ihr den so genannten Lotussitz, die klassische Sitzposition mit ineinander verschränkten Beinen.

„Über 70 Yoga-Studios in Deutschland bieten Kurse an“, beschreibt sie im anschließenden Gespräch die Initiative gegen Brustkrebs. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich.“ Es gehe vor allem um Aufklärung und Motivation für bereits betroffene Frauen, rauszugehen und sich wieder zu bewegen. Auch könne Yoga eine therapeutische Wirkung haben. „Es gibt ganz klare Studien dazu. Wenn man sich anders mit seinem Körper beschäftigt, geht es einem auch psychisch wieder besser.“ Viele Frauen hätten zudem nach Operationen Probleme mit dem Schulterbereich. Das ließe sich durch Dehnübungen positiv beeinflussen. „Im Übrigen isoliert eine solche Krankheit manchmal. Hier sieht man, dass man nicht alleine ist.“

Spendensammlung im Vordergrund

Außer dem Workshop für Kinder und Eltern finden Kurse für Erwachsene in therapeutischem Yoga und Entspannungsyoga statt. Dabei soll die Entspannung über die normale Erholung vom Alltagsstress hinausgehen: „Gerade, wenn es einem körperlich nicht so gut geht, ist es wichtig, ein wenig die Anspannung zu lösen, die eine Krankheit mit sich bringt“, so Leititis. Therapeutisches Yoga hingegen helfe bei körperlichen Einschränkungen durch Krankheiten oder Operationen mittels einfacher Kräftigungsübungen.

Bei allem stehe aber die Spendensammlung an diesem Tag im Vordergrund, erklärt Leititis. „Ich finde es schön, dass Yoga nicht nur dem eigenen Wohlbefinden dient. Ich fühle auch eine soziale Verantwortung und es ist toll, wenn man damit etwas bewirken kann.“

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