Die Konkurrenz durch das Internet ist groß

Tatjana Helm, Inhaberin von Schuhbidu Kinderschuhe in Siegen.
Tatjana Helm, Inhaberin von Schuhbidu Kinderschuhe in Siegen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Einzelhändler brauchen Strategien, wenn sie sich von der Konkurrenz im Internet nicht an den Rand drängen lassen wollen. Zwei Beispiele.

Siegen/Netphen..  Die Zahl der Käufe im Internet nimmt weiter zu. Für den stationären Einzelhandel könne das problematisch sein, so Experten aus der Region. Durch guten Service und Spezialisierung könne er aber konkurrenzfähig bleiben.


Persönlicher Service als Pluspunkt

„Der Onlinehandel macht den Einzelhandel kaputt“, ist sich Burkhard Hollunder sicher. Er ist Inhaber der AkkuWelt in Netphen, einem Fachgeschäft für Akkus aller Art. 80 Prozent seines Geschäfts laufen über das Internet, so Hollunder, 20 Prozent über sein Ladenlokal an der Lahnstraße.

„Der Service ist am wichtigsten“, sagt er. „In jede Sendung, die ich verschicke, tu’ ich ein Päckchen Gummibärchen.“ Gut zwei Millionen habe er davon in den letzten elf Jahren verschickt, sagt der 51-Jährige und lacht. Doch selbst er tut sich schwer mit der Konkurrenz aus dem Netz. „Ich bin über jeden Euro glücklich, den ich nicht online mache“, gibt er zu. „Es gibt heute zu viele Anbieter mit Billigakkus, gegen die man ankämpfen muss.“ Für den Einzelhandel sieht er da schwarz: „Sie haben keine Chance, günstiger als jemand zu verkaufen, der aus seiner Garage heraus verschickt – allein weil derjenige kaum Miete zahlt.“

Preislich könne da jeder Onlinehändler das Geschäft kaputt machen. Hollunder selbst hat früher aus dem Wohnzimmer heraus verschickt. In Zukunft wolle er verstärkt auf sein Ladenlokal setzen. „Hier wissen die Leute, dass ihnen eine Tür offen steht.“ Das Problem im Onlinehandel sei, dass der Service oft vergessen werde.


Auf die Wünsche der Kundschaft eingehen

„Ich bin schon der Meinung, dass wir damit zu kämpfen haben“, gesteht Tatjana Helm, Inhaberin von Schuhbidu Kinderschuhe in der Siegener Oberstadt. „Früher wollte man einen blauen Schuh“, erklärt sie. „Wenn es den nicht gab, hat man halt einen braunen genommen – heute gucken die Leute ins Internet.“ Internethandel habe einfach andere Kosten: Keine Miete, weniger Personal, weniger Service. „Wir beraten unsere Kunden hier schon mal sehr lange“, so Helm.

Zudem habe sie Sonderöffnungszeiten, die sie im Notfall telefonisch vereinbare. „Eine Frau mit Drillingen kann nicht zu den normalen Zeiten kommen.“ Gerade bei Schuhen sei die Beratung wichtig. „Jeder füllt den Schuh anders aus“, betont die 43-Jährige. „Wir kennen unsere Ware und können das kontrollieren.“ Ihr Service geht noch weiter. „Wir gehen zum Beispiel in Krabbelgruppen und bieten Beratungen zum Thema Laufen oder Kurse fürs Schuhebinden an.“ Eine Spezialisierung werde in Zukunft wichtiger, so Helm.

Ohne Internet geht es aber auch hier nicht: „Man sollte als stationäres Geschäft eine ansprechende Internetseite haben“, betont sie. „Darauf sollten Informationen über Öffnungszeiten, das Sortiment und den Laden im Allgemeinen zu finden sein.“

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