Die Grande Dame der Kulturszene wird 80

Barbara Lambrecht-Schadeberg (links) kennt die Kunst – und die Künstler: Hier ist sie mit Rubenspreisträgerin Bridget Riley im Museum für Gegenwartskunst zu sehen.
Barbara Lambrecht-Schadeberg (links) kennt die Kunst – und die Künstler: Hier ist sie mit Rubenspreisträgerin Bridget Riley im Museum für Gegenwartskunst zu sehen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Kunst und Kultur kosten Geld. Heute feiert Barbara Lambrecht-Schadeberg ihren 80. Geburtstag: Die Mäzenin, ohne die vieles in der Region nicht möglich wäre.

Siegen/Krombach..  Ihr Name ist mit vielem verbunden, mit dem das Siegerland punkten kann: Museum für Gegenwartskunst. Apollo-Theater. Philharmonie Südwestfalen. Und natürlich Bier. Barbara Lambrecht-Schadeberg wird am heutigen Freitag 80 Jahre alt.

„Es gibt kaum eine größere Kultureinrichtung in Siegen und im Siegerland, die sie nicht unterstützt“, sagt Bürgermeister Steffen Mues. Die Stadt verdanke ihrer Ehrenbürgerin viel: „Ohne das Engagement von Frau Lambrecht-Schadeberg hätten diese Kulturinstitute nicht das Niveau erreicht, für das sie weit über die Region hinaus bekannt geworden sind.“

Erfolg ermöglicht Engagement

Barbara Lambrecht-Schadeberg wuchs in Krombach und Kreuztal auf, machte ihr Abitur am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Weidenau und studierte Jura. 1961 wurde sie Mitgesellschafterin der Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG in Krombach. Gemeinsam mit Friedrich Schadeberg und später dessen Kindern Petra Schadeberg-Herrmann und Bernhard Schadeberg steht sie dem Unternehmen seitdem vor. Durch dessen Erfolg „ist es mir möglich, mein Engagement derart vielfältig zu gestalten“, wird sie in einer Mitteilung zitiert.

Zurückhaltung statt viel Tamtam

Große Auftritte und Omnipräsenz sind dabei nicht ihre Sache. „Es ist außergewöhnlich“, sagt Stefanie Scheit-Koppitz, Sprecherin des Museums für Gegenwartskunst (MGK). Die 1997 gegründete Peter-Paul-Rubens-Stiftung, in der Lambrecht-Schadeberg eine maßgebliche Rolle spielt, setzte sich für die Verwirklichung des MGK ein. Zudem stellt sie ihre Kunstsammlung seit 2001 als Dauerleihgabe zur Verfügung. „Aber sie hat das Museum bewusst nicht ,Babara Lambrecht-Schadeberg-Museum’ nennen wollen – um zu betonen, dass es eine Sammlung für die Öffentlichkeit ist“, sagt Scheit-Koppitz.

Die Sammlung mit Werken der Rubenspreisträger – unter anderem Sigmar Polke, Francis Bacon, Giorgio Morandi und Bridget Riley – sei ein besonderes Gut, ist Scheit-Koppitz überzeugt: „Weil alle Menschen vor Ort mit dieser Kunst aufwachsen können. Und weil man nicht weit fahren muss, um einen respektablen Ausschnitt zeitgenössischer Kunst zu sehen.“

Seit Ende der 1980er Jahre unterstützt Barbara Lambrecht-Schadeberg auch die Philharmonie Südwestfalen, ab 2006 über eine eigens dafür mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein gegründete Stiftung. Eine weitere Stiftung, in der sie sich engagiert, fördert das Apollo-Theater. Aber auch sozial setzt die Mäzenin sich ein. Die Barbara-Lambrecht-Schadeberg-Stiftung unterstützt seit 1994 evangelische Schulen. Sie fördert das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche Deutschlands – gerade die Katastrophenhilfe – und die Katastrophenhilfe des Deutschen Roten Kreuzes.

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