Die Frage nach dem Warum

Siegen..  Feuerwehrchef Matthias Ebertz hat die Löschgruppe Hammerhütte bereits am Donnerstagabend zusammengerufen, um den knapp 30 Kameraden mitzuteilen, was die Ermittlungen der Polizei ergeben haben: Der Brandstifter ist einer von ihnen. „Sie sollten es nicht aus der Presse erfahren“, so Ebertz. „Sie waren alle vollkommen fassungslos. Es kann keiner verstehen“, sagt er. „Wir werden sie jetzt begleiten.“

Die Pressearbeit übernahm Ebertz komplett, um die Kameraden zu schützen, die in den vergangenen Wochen mehr als 30 Einsätze – zu den Brandstiftungen kam auch noch das Tagesgeschäft – gefahren sind. Denn natürlich kommen jetzt die Nachfragen und auch gehässige Kommentare. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie das nicht so nah an sich herankommen lassen dürfen. Die Leute arbeiten ehrenamtlich und halten den Kopf hin, sie müssen sich nicht alles gefallen lassen.“

Keiner hätte damit gerechnet, dass es ausgerechnet dieser Kollege gewesen sei. Er passe auch nicht in die übliche Gruppe von Tätern: Meistens kämen die Brandstifter aus Löschgruppen, die wenig Einsätze fahren. Die Löschgruppe Hammerhütte ist die einsatzstärkste Einheit in Siegen. Die Brandstifter sind meistens jung, weit unter 30. Auch das trifft bei dem jetzt in U-Haft sitzenden Mann nicht zu: Er ist 39. Zudem seien es oft Einzelgänger. Auch das sei bei dem Täter nicht der Fall, so Ebertz. Er habe so eine Serie von Brandstiftungen bislang noch nicht erlebt. „Dieser Feuerwehrmann ist die große Ausnahme. Sie sehen es den Menschen nicht an.“

Ebertz werde auf jeden Fall noch einmal das Gespräch mit dem mutmaßlichen Täter suchen. Und ihm die Frage nach dem „Warum“ stellen.