Die Ahnenstruktur des Siegerlands

Siegen..  Es ist eine mühsame Aufgabe, der sich Heinrich Prinz nun schon einen großen Teil seines Lebens widmet. Er betreibt Genealogie: Ahnenforschung. Doch beschränkt er sich dabei schon lange nicht mehr auf seine eigenen Vorfahren, sondern bemüht sich vielmehr, die gesamte Ahnenstruktur des Siegerlands zu kartografieren.

Das Resultat ist nunmehr die nach seinem Bekunden größte Datenbank mit Namen, Geburts- und Hochzeitsdaten aus der Region. Mehr als 200 000 Personen sollen mittlerweile darin erfasst sein. Wie man sich in diesem Datendschungel zurecht findet und mit welchen Tricks man der eigenen Herkunft ein Stück näher kommt, das will er nun auch anderen Menschen nahebringen. „Von denen, die nach 1904 geboren sind, darf ich keine Daten da reinstellen. Wegen Datenschutz.“

„Familienforschung leicht gemacht“

Im Rahmen des neuen Angebots „Familienforschung leicht gemacht“ des Stadtarchivs Siegen empfing Heinrich Prinz jetzt im Krönchen-Center zu einer Einführung in die Welt der Ahnenforschung. Prinz hat über die Jahre viel Zeit und Mühe investiert, um aus Stammbüchern, Archiven und Kirchenbüchern Informationen über alte Siegerländer Familien zu sammeln und in ein Computerprogramm einzupflegen. Das Resultat ist ein durchaus beeindruckender Katalog, den er an diesem Tag aber nur in Ansätzen vorführte. Die Veranstaltung sollte als Überblick über die Mühen und Tücken der Genealogie dienen. Eine konkrete Anleitung zur Erforschung des eigenen Stammbaums gab es nicht.

Interessant wurde es bei der Betrachtung von Fotos aus einem hiesigen Geburtenverzeichnis von 1623. Eine Familie bis zu einem solchen Datum zurückzuverfolgen, sei äußerst schwierig, so Prinz. Die Aufzeichnungen würden immer lückenhafter und durch Umzüge und verschiedene Mundarten beeinflusst. Im Anschluss ging er noch auf zahlreiche Fragen der Seminarteilnehmer ein, die munter in der Runde diskutierten und dabei vor allem eines offenbarten: Die Ahnenforschung ist eine mühsame und gleichwohl häufig ungenaue Wissenschaft, die vor allem viel Zeit benötigt. Wer diese nicht hat, für den könnte sich aber ein Blick auf die von Prinz erstellte Website genealogie-si.de lohnen. Diese enthält unter anderem ein großes Verzeichnis von Personen, nach Familiennamen geordnet. Für denjenigen, dessen Familie Wurzeln im Siegerland hat, könnte hier schon einiges zu erkunden sein.

Monatliches Angebot

Wer genau über seine Vorfahren Bescheid wissen will, dem bleibt nur die eigenständige Recherche. Gerne auch mit Hilfe von Heinrich Prinz, einmal im Monat im Stadtarchiv. „Ich habe von Leuten gehört, die haben dafür 500 Euro und mehr bezahlt“, erzählt Prinz. Wer an dem monatlichen Angebot „Familienforschung leicht gemacht“ teilnimmt, kann deutlich günstiger etwas über seinen Namenstammbaum in Erfahrung bringen.