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DGB fordert sozial gerechte Uni

05.02.2012 | 17:51 Uhr
DGB fordert sozial gerechte Uni
Herwart Mudersbach, Antonia Kühn und Werner Leis (v. l.) hatten ins Artur-Woll-Haus-eingeladen

Siegen.30 Forderungen hat der DGB in Nordrhein-Westfalen aufgestellt, um die geplante Novelle des Hochschulgesetzes durch die Landesregierung zu begleiten, „für eine demokratische, sozial gerechte und offene Hochschule“.

Auf Einladung des Verdi-Bezirkes Siegen-Olpe erläuterte Antonia Kühn, beim DGB für die Abteilung Hochschulen, Wissenschaft und Forschung zuständig, die Thesen im Artur-Woll-Haus.

Schwaches Besucherinteresse

Die anstehende Reform sei Anlass für diesen ersten Jahresempfang gewesen, begrüßte Herwart Mudersbach, Vorsitzender des Personalrates für das nichtwissenschaftliche Personal, die nur 20 Zuhörer, darunter den Kanzler der Uni, Dr. Johann Peter Schäfer.

In Vertretung des erkrankten Willi Brase erinnerte sich dann Werner Leis an seine eigenen Studienzeiten in Siegen vor rund 40 Jahren, „als die Einrichtungen noch stärker in der Stadt verteilt waren“. Die Konzentration auf dem „Bildungshügel“ sei nicht die beste Idee gewesen.

Er habe sich daher über die Entscheidung für das Projekt „Siegen-Altstadt“ sehr gefreut. Zu seiner Zeit seien rund 50 Prozent der Studierenden aus Arbeiterhaushalten gekommen, „heute sind es nur noch knapp 20 Prozent“. Das müsse sich dringend wieder ändern, leitete der DGB-Sekretär zum Referat Antonia Kühns über.

Die Bildungsreferentin sprach über die Wichtigkeit, die Hochschulen weiter zu öffnen und finanzielle Hürden zu beseitigen. Die Abschaffung der Studiengebühren sei ein richtiger Schritt, nun müsse ein angemessenes BAföG das Studieren ohne den Zwang des zusätzlichen Arbeitens ermöglichen. Gleichzeitig fordere der DGB eine Deregulierung des Studiums, flexiblere Studienzeiten und Raum für die Entwicklung sozialer Kompetenzen.

„Hochschulräte abschaffen“

Die Hochschulräte sollten abgeschafft und durch Kuratorien ersetzt werden, in denen alle gesellschaftlichen Gruppen gleichwertig beteiligt sein müssen. Die Lehre müsse gestärkt werden, gleichzeitig müssten sich die Hochschulen von jeglicher militärischer Forschung distanzieren.

Michael Kunz

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