Deuzer Grundschule darf wachsen

Grundschule Deuz
Grundschule Deuz
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Netphen..  Die Deuzer Grundschule sei „für die Zukunft sehr, sehr gut aufgestellt“, sagt UWG-Stadtverordneter Klaus-Peter Wilhelm. „Andere würden sich die Finger danach lecken.“ Sechs Klassen- und vier Mehrzweckräume zuzüglich Forum, Lehrmittel- und Nebenräumen hat die Grundschule zurzeit in ihrem Gebäude von 1976, das 1996 erweitert worden ist. Nun kommen je fünf Klassen- und Fachräume, eine Aula und ein Mehrzweckraum dazu — der 2002 errichtete „Rundbau“ der Hauptschule, die nach den Sommerferien mit ihren letzten beiden Jahrgängen bei der Sekundarschule auf dem Netphener Kreuzberg mit einzieht.

Im Sommer 25 Lernanfänger

„Eine sehr gute Lösung“, fand Margarete Wüst (CDU) im Schulausschuss. „Eine einmalige Chance“, pflichtete Ulrich Müller (SPD) bei. Der Wunsch, das Thema zu vertiefen, hielt sich in Grenzen. Durch den Serien-Umzug in diesem Sommer (Realschule zum Gymnasium, Hauptschule zur Sekundarschule) ergebe sich eben eine „besondere Situation“, sagte Müller nur. 25 Kinder werden nach den Sommerferien in Deuz eingeschult, weitere 18 an der Grundschule in Hainchen. Dass in Deuz nun eigentlich Platz genug für alle Kinder aus dem oberen Johannland ist, dürfte nicht nur den Politikern, sondern auch den betroffenen Schulleitern klar gewesen sein, die die wortkarge (Nicht-) Diskussion verfolgten.

Benannt hatten das heiße Eisen vorher schon andere: Manfred Heinz (SPD) im Rat in seiner Haushaltsrede, als er anmahnte, die beiden Grundschulen „endlich“ zum Verbund zusammenzuschließen, und auf die Folgen der räumlichen Ausdehnung des Deuzer Standortes für Hainchen aufmerksam machte. Dann Paul Legge (CDU) mit fast gleichen Worten, als der Stadtentwicklungsausschuss über die Zukunftsplanung für den Deuzer Schulberg beriet — am 17. März wird dieses Gremium sich auch die Schulgebäude ansehen.

Den Deuzern dürften die entstehenden Gedankenspiele unangenehm sein. In ihrem Brandbrief im vorigen Jahr hatte die Schulpflegschaft zwar Platzbedarf angemeldet: für die überaus gefragte offene Ganztagsgrundschule, für individuelle Förderung und Inklusion. Ins Auge gefasst hatte sie dabei allerdings nicht die Hauptschule, sondern den Einzug in die ebenfalls frei werdende Förderschule Am Sterndill. Die war da allerdings, was die Grundschulgemeinde damals nicht wusste, zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie verkauft. An die AWO, die dort Ende 2015 ein inklusives Aus- und Weiterbildungszentrum eröffnet.

Vom Sterndill ins Dreisbachtal

Bettina Philipp-Harth ist neue Konrektorin der Dreisbachtal-Grundschule. Im Schulausschuss stellte sich die Lehrerin vor, die nach 14 Jahren an der Sterndill-Förderschule im letzten Sommer an den Verbund Dreis-Tiefenbach/Eckmannshausen gewechselt ist.

Sie wird die Schule nun auch kommissarisch leiten, nachdem Rektor Eugen Olszowy in Pension gegangen ist und die einzige Bewerbung um seine Nachfolge von der Schulkonferenz zurückgewiesen wurde. Es sei „wichtig, die Eltern ins Boot zu holen“, sagte Bettina Philipp-Harth, die sich auch als Hobby-Liedermacherin vorstellte. Vermitteln möchte sie Kindern, dass sie aus Fehlern lernen können. Und: „Nicht jede Kritik ist ein Angriff gegen das Elternhaus.“