Deutsch lernen mit Memory

Sprachhelferin Uta Elkar kümmert sich schon seit dem letzten Jahr um die kleine Lucia. Die beiden spielen Karten und Lucia lernt dabei Deutsch.
Sprachhelferin Uta Elkar kümmert sich schon seit dem letzten Jahr um die kleine Lucia. Die beiden spielen Karten und Lucia lernt dabei Deutsch.
Foto: Sonja Riedel
Was wir bereits wissen
Sprachpaten bringen Schulkindern aus Polen oder Serbien spielerisch bei, sich zu verständigen. Sprache ist wichtig für die Integration in Deutschland

Neunkirchen..  Der neunjährige Shpend aus dem Kosovo deckt eine Memory-Karte auf. „Frosch“, sagt er. Sprachhelferin Sabine Terkowsky ergänzt „der Frosch“. Shpend nickt. Seit Februar kümmert sich die 50-Jährige um den Jungen. Sie ist ehrenamtliche Sprachhelferin an der Grundschule in Neunkirchen. Und freut sich, wie viel Shpend in der kurzen Zeit schon gelernt hat. Nur mit den Artikeln hapert es noch ein wenig.

Heute hat sie ein Buch von ihren Enkelkindern mitgebracht. Darin sind Tiere abgebildet, darunter stehen ihre deutschen Namen. „Die Tiere kann er alle schon, er ist ein großer Tierfreund“, sagt sie. Shpend nickt und lächelt schüchtern. Er versteht schon viel Deutsch. „Es ist nur schade, dass er manchmal noch nicht antworten kann“, sagt Terkowsky.

Sie und ihre Sprachhelfer-Partnerin wollen das ändern. Jede trifft sich zwei Mal in der Woche für eine Schulstunde mit dem Jungen.

Die Idee für das Sprachhelfer-Projekt hatte Schulleiter Günter Bieler. Letztes Jahr war ein polnischer Junge an die Schule gekommen. „Und da haben wir gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist mit der Integration“, erklärt er. Deshalb hat er einen Aufruf gestartet und nach Ehrenamtlichen gesucht. Jetzt kümmern sich zwölf Sprachpaten um sechs Kinder. Sie kommen aus dem Kosovo, Polen, Serbien oder Kroatien.

Bieler vermutet, dass immer mehr Kinder an die Schule kommen werden, die diese Unterstützung brauchen. Im Laufe des Projekts habe er auch gemerkt, dass eine besondere Förderung für sechs bis acht Wochen nicht ausreiche. „Die brauchen mindestens ein halbes bis ein ganzes Jahr, bis sie hier angekommen sind“, weiß er. Es gehe aber nicht nur um Wissensvermittlung. „Viele Sprachhelfer haben ein Oma-Enkel-Verhältnis zu ihren Schützlingen“, sagt er.

Auch die kleine Lucia freut sich immer sehr, wenn sie sich mit ihrer Sprachhelferin Uta Elkar trifft. Die 66-Jährige ist schon von Anfang an dabei. Heute spielen die beiden Karten. Und die Siebenjährige lacht immer wieder fröhlich. „Ihr erster vollständiger Satz war: ‘Ich habe gewonnen und du verloren’“, erzählt Elkar. Sie ist pensionierte Lehrerin. Trotzdem war die Tätigkeit als Sprachhelferin noch einmal ganz neu für sie. „Ich habe an einem Gymnasium Bio und Chemie unterrichtet, das war natürlich etwas ganz anderes.“ Sie freut sich, dass Lucia schon viel mehr versteht, als zu Anfang ihrer Treffen.

Mutter soll auch Deutsch lernen

Uta Elkar hilft aber nicht nur der kleinen Lucia dabei, besser deutsch zu lernen. Auch mit ihrer Mutter trifft sie sich regelmäßig. „Wir machen gleich im Anschluss noch eine halbe Stunde Deutsch“, erklärt sie. Für sie steht fest: Sie will Lucia und ihre Mutter auch weiterhin unterstützen.

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