Der Sommer auf der Bühne

Hilchenbach..  Klischees, nun ja... an manchen ist etwas Wahres dran. Reggae zum Beispiel gilt nicht umsonst als Gute-Laune-Musik. UB 40 bewiesen am Freitagabend im Zelttheater, dass kaum ein Rhythmus so packend ist wie der, der den Hits der britischen Band zugrunde liegt.

Auf die wirklich großen Hits mussten die Zuhörer zwar eine ganze Weile warten, denn die gab es erst gegen Ende. Aber das Publikum ging auch so vom ersten Takt an mit, wiegte sich zu den Reggae-Klängen der Band, die mit elf Mann auf der Bühne stand. Die Ur-UB 40 waren es nicht, denn die trennten sich bereits vor Jahren; und Mitglieder sind mittlerweile in zwei Formationen unterwegs, die beide den Namen UB 40 im Titel führen. Auf dem Giller waren die originalen Wurzeln unverkennbar, immerhin war Ali Campbell als Frontmann dabei. Dessen markante Stimme ist fest mit den Erfolgen der Band in den 80er und 90er Jahren verbunden.

Neues Album im Repertoire

Klassiker und neues Material hatte Astro, einer der drei Sänger des Abends und ebenfalls bereits Mitglied in den früheren Zusammensetzungen der Gruppe, zu Beginn angekündigt. Und eine große Reggae-Party. Mit beidem hatte er Recht. Zu hören gab es einige Stücke des aktuellen Albums „Silhouette“, außerdem Nummern von älteren Longplayern, musikalisch und gesanglich auf hohem Niveau dargeboten. Dieser Sound, untermalt von der Lichtshow im großen Zelt, ist nicht nur für Fans des Genres eine ideale Partybeschallung. Und: Er funktioniert völlig altersunabhängig.

Mit Coverversionen haben UB 40 von jeher Erfahrung (und einigen Erfolg). Beim Zeltfestival setzten sie noch Charles & Eddies „Would I lie to you“ mit auf die Liste.

Die großen Hits zum Schluss

Ihren größten deutschen Charterfolg, ebenfalls ein Cover, sparte sich die Truppe um Ali Campbell für den Schluss auf: Das durch Elvis Presley bekannte „I can’t help falling in love with you“, das 1993 Platz 2 der deutschen Charts erreichte, markierte das Ende des offiziellen Teils.

Und den Schnittpunkt zum fulminanten Zugabenteil. Den Einstieg machte ein phänomenales Schlagzeugsolo. Das hatte mit Reggae nicht viel zu tun, hämmerte dem Publikum aber virtuos um die Ohren, dass das Gastspiel noch einiges zu bieten hatte. „Kingston town“ etwa und „Red, red wine“. Die Hits am Ende machten sich bezahlt: mit der Stimmung auf Toplevel klang die Reggae-Party mit dem Höhepunkt aus.