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Ausstellung

Der Mensch steht im Mittelpunkt

19.11.2009 | 18:49 Uhr

Jährlich organisieren die Kunst-Studenten der Universität Siegen unter Leitung von Prof. Judith Samen eine Fotografieausstellung – zum 18. Mal im Jahre 2009.

Jahresausstellung der Siegener Kunststudenten im Brauhaus. Foto: Knut Lohmann

Diesmal allerdings ohne die Hilfe ihrer Professorin, die ein Forschungssemester hat und sich erst bei der Ausstellungseröffnung darüber freuen konnte, dass die Studierenden auch ohne sie eine sehens- und erlebenswerte Vernissage organisiert hatten. 50 Arbeiten von 50 Kunststudierenden sind im Erdgeschoss des Brauhauses zu sehen – ungemein vielfältig nach Stil und Thematik. In Gesprächen mit ausstellenden Künstlern war zu erfahren: Es wurde kein Thema vorgegeben und es gibt auch keine herrschende Stilrichtung.

Jury entscheidet

Jeder, dessen Arbeit von einer studentischen Jury als ausstellungswürdig befunden wurde, hat die Gelegenheit, sich individuell zu positionieren. Und auch nach Format und Hängung sind die Arbeiten sehr verschieden. Insofern fällt es schwer, einen Gesamteindruck vom Gebotenen zu gewinnen.

In sehr vielen Fotografien steht der Mensch im Mittelpunkt: als einsames Einzelwesen vor dem Plakat einer Stadtkulisse, im Kollektiv vor der Silhouette von Hafenkränen, in Rückenansicht mit einem Lamm unter dem Arm auf einer Hochhausterrasse, verloren in der Schwarzweißstruktur eines modernen Säulenganges oder auch verhüllt wie eine Tanzfigur, die vor Staub geschützt werden soll.

Auch die witzige Pointe kommt zu ihrem Recht, wenn die Mona Lisa im Louvre fotografiert wird, ihr Bild aber nur auf den Displays der Fotoapparate der vielen anderen zu sehen ist, die dieses Bild auch mit nachhause nehmen wollen.

Gast: Christine Erhard

Als Gastkünstlerin war in diesem Jahr Christine Erhard aus Düsseldorf eingeladen, die im Wintersemester einen Lehrauftrag für Fotografie hatte. Ihre Arbeit: die Fotografie eines Architekturmodells, von dessen Irrealität sich der Betrachter erst ein Bewusstsein bilden muss, wenn er die Linienführung analysiert: fürs Fotografieren und durch Fotografie geschaffene Realität - künstlerischer Gegenentwurf zu jeder Form von abgelichteter Wirklichkeit. Die Ausstellung ist bis zum 29. November mittwochs, freitags, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr zu besuchen.

Knut Lohmann

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