Der Bauboom ist vorerst abgeflaut
16.04.2009 | 21:00 Uhr 2009-04-16T21:00:00+0200
Freudenberg. Das Neubaugebiet Elger/Kirberg zwischen Niederndorf und Oberfischbach kam zur rechten Zeit. Es gab noch die Wohnungsbauförderung für junge Familien, und eine Konjunkturkrise war nicht in Sicht.
Inzwischen stehen nur noch elf der 104 geschaffenen Bauplätzen zur Verfügung. Doch während dieses Baugebiet fast „vollgelaufen” ist, hat im übrigen Stadtgebiet die Bautätigkeit deutlich abgenommen.
Dennoch gilt Freudenberg kreisweit als die Gemeinde mit den günstigsten Werten bei der Bevölkerungsentwicklung: Das ist begründet in den relativ vielen neuen Baugebieten der letzten Jahre, von denen nicht wenige auf der Grundlage von Erschließungsverträgen mit privaten Bauträgern entstanden sind. In vielen der 16 Stadtteile wurden Flächen erschlossen, die auch für Neubürger attraktiv sind.
Anträge sind um 70 Prozent gesunken
Aber auch in Freudenberg haben sich der Abbau der Wohnungsbauförderung und die schwächer werdende Konjunktur in den vergangenen Jahren bemerkbar gemacht. Es wird nicht mehr so viel gebaut wie in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends.
Zu spüren bekam dies der Bauunternehmer, der in Oberholzklau das zentral gelegene Gebiet „Am Pfarrwäldchen” mit zwei Dutzend Bauplätzen bislang vergeblich angeboten hat. Die Stadt musste jetzt die Festsetzungen im Bebauungsplan ändern, um dem Wunsch vieler junger Familien nach kostengünstigeren Varianten mit zwei Vollgeschossen ohne Keller entgegenzukommen.
In der Statistik der letzten Jahre wird allerdings sichtbar, dass die Anträge auf Errichtung von Einfamilienhäusern beziehungsweise für An- und Umbauten allein zwischen 2006 und 2008 um 70 Prozent gesunken ist: Hatten vor drei Jahren noch 61 Antragsteller ihre Unterlagen eingereicht, waren dies im vorigen Jahr gerade noch 17, darunter gerade 13 Einfamilienhäuser und vier Zwei- und Mehrfamilienhäuser. Dazu kamen fünf An- und Umbauten an bestehenden Häusern. Ansonsten ging es um Carports (19), Garagen, Gartenhäuser, Lagerhallen und sonstige Produktionsstätten. Elf weitere Anträge bezogen sich auf nicht genehmigungspflichtige Vorhaben, die nach Paragraph 67 des Baugesetzbuches „freigestellt” sind. Im Jahr 2001 waren für das Stadtgebiet Freudenberg noch 90 Anträge aller Art gestellt worden, im Jahr darauf waren es 80 und 2005 wiederum 83.
Dabei sind Grundstücke in Freudenberg vergleichsweise günstig zu haben, wie die neueste Bodenrichtwertkarte des Kreises ausweist: Die teuersten Bauplätze gibt es mit Preisen von 60 bis 150 Euro pro Quadratmeter (im oberen Bereich der Fließenhardtstraße) in Büschergrund, gefolgt von 75 bis 125 (Vorjahr 130) Euro pro qm in Oberholzklau und Hohenhain mit 70 bis 120 Euro pro qm. Am günstigsten ist Bauland in Mausbach mit 40 Euro, in Plittershagen mit 50 bis 75 Euro und in Bottenberg mit 60 Euro pro qm. Leicht gesunken sind gegenüber dem Vorjahr die Richtwerte auch in Lindenberg, Niederndorf und Oberheuslingen.
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