Demografischer Wandel als Gestaltungschance

Siegen/Olpe..  Der Demografische Wandel wird die Region Siegen-Wittgenstein/Olpe in den nächsten zehn Jahren vor neue strukturelle Herausforderungen stellen. Dazu referierte der Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener der IHK Siegen im Marketing Club Siegen. Gräbener betrachtet die Veränderungsprozesse als Chance: „Nur Unternehmen, denen es gelingt, ihre Fach- und Führungskräfte zu binden, erlangen Wettbewerbsvorteile.“

Bis 2030 würden bis zu 25 000 Beschäftigungsverhältnisse in der Region verloren gehen. Personalförderung müsse regelrecht gelebt werden und auch bislang eher vernachlässigte Zielgruppen stärker in den Blick nehmen: Frauen, ältere Menschen und Migranten. Mehr Sorgen als die demografische Entwicklung mache der IHK die zunehmende Akademisierung. 90 Prozent des betrieblichen Personalbedarfs würden sich auf Fachkräfte in den industriellen Metall- und Elektroberufen sowie auf Fachkräfte im Pflege- und Gesundheitssektor beziehen.

Bildungsziele attraktiver machen

„Wenn 60 Prozent eines Jahrgangs studieren wollen, kann das auf Dauer nicht gut gehen“, sagte Gräbener. Für Abiturienten, die den Bachelor anstrebten, müssten Bildungsziele auch in zeitlicher Hinsicht attraktiver gestaltet werden. Gefordert sei aber auch speziell die Politik im Land: Der Südzipfel Westfalens werde in Düsseldorf häufig vergessen.