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Demo in Siegen: Flüchtlinge gegen sexuelle Übergriffe

17.01.2016 | 23:00 Uhr
Demo in Siegen: Flüchtlinge gegen sexuelle Übergriffe
Bei der Demonstration in Siegen nehmen die meisten Transparente Bezug auf die sexuellen Übergriffe zum Jahreswechsel.Foto: Michael Kunz

Siegen.   Rund 70 Menschen haben am Samstag in Siegen gegen Sexismus demonstriert. Sie solidarisierten sich mit den Opfern der Übergriffe zum Jahreswechsel.

Nicht nur in größeren Städten wie Stuttgart oder Köln wurde am Samstag demonstriert. Auch in Siegen sind zwischen 60 und 70 Menschen dem Aufruf gefolgt, gegen die Gewalt der Silvesternacht und andere Vorfälle auf die Straße zu gehen und sich mit den Opfern und der deutschen Gesellschaft zu solidarisieren. Zudem geht es auch noch einmal um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Überwiegend haben sich Flüchtlinge auf dem Scheinerplatz eingefunden, ein paar Gewerkschafter sind auch zu sehen. Der Frauenverband „Courage“ verlangt „Aufstehen! Einmischen!“

„Gegen Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit. Um die „grundlegende“ Einhaltung und Bewahrung der Menschenrechte“ soll es gehen; eine solche Aktion sei auch dringend notwendig, erklärt Martin Gräbener zum Auftakt kurz nach 14 Uhr. Nicht zuletzt auch im Siegerland sei eine starke fremdenfeindliche Hetze zu spüren, würden die Übergriffe in Köln und anderen Städten instrumentalisiert, um böse Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Siegener Stadtrat verweist ausdrücklich auch auf die „sogenannten“ Vorfälle im Freizeitbad Netphen, die sich mehr und mehr als Erfindung herausgestellt hätten.

Die meisten Transparente allerdings nehmen unmittelbar Bezug auf die sexuellen Übergriffe zum Jahreswechsel. „Ich bin Syrer. Ich habe eine Mutter. Ich habe eine Schwester. Ich helfe Frauen. Ich beschütze Frauen“, ist da zum Beispiel zu lesen. „Wir achten die Menschenrechte“, steht auf dem größten Plakat. In kurzen Ansprachen unterstreichen junge Flüchtlinge aus Siegen und Wilnsdorf, dass sie die Menschen in Deutschland und deren Werte achten und ehren.

Blumen für Passantinnen

Die Migranten sprechen Englisch, Martin Gräbeners Frau übersetzt ins Deutsche. Auch einige Sätze Arabisch gibt es, aber so richtig Lust auf diese Sprache haben die Redner nicht. „Ihr seid doch Syrer“, wundert sich die „Dolmetscherin“. Immerhin, auf einem weiteren Transparent ist in Englisch und Arabisch „Stoppt sexuelle Übergriffe“ geschrieben.

Nach einer Viertelstunde geht es über die Bahnhofstraße Richtung Busbahnhof. Ein paar junge Männer und Frauen verteilen Blumen an Passantinnen. Die nehmen die Aufmerksamkeit mehr oder weniger freundlich an, nur eine ältere Frau wendet sich grantig ab. Die meisten haben die Reden nicht gehört, wissen offensichtlich gar nicht, warum sie Blumen bekommen sollen. Aber letztlich gibt es hier und da auch immer wieder ein Lächeln zwischen denen mit den Geschenken und den Beschenkten.

Martin Gräbeners Frau ruft noch einmal den Zweck der Demo ins Megafon, weist zudem – etwas übertreibend – darauf hin, dass die Flüchtlinge nicht so schlecht seien, wie „alle Menschen“ über sie denken würden. Und dann ist die samstägliche Aktion nach einer guten halben Stunde auch schon beendet.

Michael Kunz

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2016-01-17 23:00
Nachrichten aus Siegen, Kreuztal, Netphen, Hilchenbach und Freudenberg