Demenz bei geistiger Behinderung wird Thema
19.10.2009 | 20:30 Uhr 2009-10-19T20:30:00+0200Fachkräfte aus Wohnstätten, Werkstätten, der ambulanten Pflege, Seniorenzentren, Eltern und gesetzliche Betreuer nahmen an der Fachtagung „Demenz und Behinderung” teil, zu der die AWO in die Deuzer Werkstatt eingeladen hatte.
„Mit zunehmenden Alter nimmt die Gedächtnisleistung ab”, berichtete Dr. Mariana Kranich, Psychogerontologin aus Köln und Referentin des AWO-Fachforums, „darüber allein muss sich noch niemand Sorgen machen". Warum es selbst für Erfahrene so schwierig sein kann, beginnende Demenz bei einem Mensch mit geistiger Behinderung zu erkennen, machte sie in ihrem Vortrag deutlich.
Menschen mit Behinderungen haben heute eine höhere Lebenserwartung als in früheren Jahren angenommen. Nun müssen alte Eltern miterleben, wie ihr behindertes, erwachsenes Kind erste Erscheinungen von Demenz zeigt. Gruppenleiter einer Werkstatt und Betreuer der Wohnstätte für behinderte Menschen sind mit Verhaltensveränderungen konfrontiert, die sie nicht zuordnen können.
Bisher kaum
Erfahrungen
Es ist die erste Generation behinderter Menschen, die in Deutschland nun ins Seniorenalter kommt. An einschlägigen Erfahrungen mangelt es daher, wie auch Manfred Daub, Bereichsleiter des AWO-Wohnstättenverbundes einräumte. Den behinderten Menschen sensibel zu beobachten, riet Dr. Mariana Kranich den Anwesenden. Nur so lasse sich im Einzelfall etwa eine dem Alter entsprechende, nachlassende Gedächtnisleistung von Demenz unterscheiden. Testverfahren für die Allgemeinheit könne man hingegen oft bei geistig behinderten Menschen nicht anwenden, weil sie sehr auf die Sprachfähigkeit abzielten.
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