Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts

Peter Vahrenhorst vom LKA informiert über Internetkriminalität
Peter Vahrenhorst vom LKA informiert über Internetkriminalität
Foto: WP
Was wir bereits wissen
LKA-Beamter Peter Vahrenhorst über Cybercrime, abgelaufene Joghurts und gefährliche USB-Sticks.

Geisweid..  Ein Smartphone brummt, die anderen liegen schweigend auf den Tischen. Doch auch die stillen Telefone arbeiten. Sie senden und empfangen, produzieren Daten, ununterbrochen.

„Daten sind das Erdöl oder das Gold des 21. Jahrhunderts“, sagt Peter Vahrenhorst, Cybercrime-Experte beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf.

Knapp 40 Zuhörer sitzen vor Peter Vahrenhorst im Technikzentrum Geisweid. Die meisten arbeiten bei mittelständischen Unternehmen, aber auch eine Staatsanwältin sitzt im Publikum, Physik-Studenten und eine größere Gruppe der Krombacher Brauerei. Die Einladung sprach die Mittelstands-Wirtschaftsförderung KM:SI aus. Vahrenhorst erzählt zunächst, was es schon alles gibt. Von vernetzten Kühlschränken, die vor einem abgelaufenen Joghurt warnen und eigenständig Einkaufslisten zusammenstellen. Und von dem neuen 7er BMW, der ohne Fahrer einparkt, und mit sieben Kameras und zwei Handykarten ausgestattet ist. „Dieses Auto produziert Daten, das können Sie nicht abstellen“, erzählt der LKA-Beamte. Er möchte die Menschen zum Nachdenken bringen, Prävention ist sein Fachgebiet. Denn er ist sich sicher: „Es gibt immer welche, die mit den Daten etwas anfangen können.“ Sie werden verkauft, genutzt und auch missbraucht.

Allein weil Sie hier sind, sind Sie sensibilisiert für das Thema Datenschutz. Gefährlich wird es bei denen, die sagen: „Ist mir egal.““, Vahrenhorst zum Thema Datenschutz.
Man könne sich nicht vor der neuen Technik verschließen und auch die 100-prozentige Sicherheit gebe es nie. Die Technik sei immer schneller, das wissen auch die IT-Spezialisten im LKA. Es werde immer den Zwiespalt geben zwischen Nutzen einer Anwendung und Risiko, das man eingeht. So sei es schön, dass er mit seinen Enkelkindern via Skype auf dem Smart-TV telefonieren könne, andererseits werde der Fernseher mit Kamera und Schnittstelle zum Internet selbstverständlich angreifbar.

Ein Azubi brachte heute einen USB-Stick mit. Ich habe ihm gezeigt, was da drauf los ist. Danach haben wir das Ding platt gemacht“, ein IT-Spezialist aus dem Publikum über virenverseuchte Speichermedien.

Wirtschaftsspione oder andere Kriminelle werfen USB-Sticks vor Firmen, um so an sensible Daten zu kommen. Denn es gebe immer einen, der den Stick mitnimmt und aus Neugier in den Rechner steckt, so Vahrenhorst. Und in weniger Sekunden, sei ein Software installiert, die sich im System selbstständig mache. „Trichtern Sie das Ihren Angestellten immer wieder ein. Gefährlich sind die, die sagen: ‘Mir passiert sowas schon nicht’“, fordert der LKA-Beamte. Auch Ex-Mitarbeiter seien ein Risiko. Unternehmen sollten E-Mail-Konten von ehemaligen Angestellten besser löschen, da sich viele die Mails nach Hause weiterleiten.

Was noch?
Für Unternehmen und Behörden gibt es eine zentrale Ansprechstelle für Internetkriminalität. Die Stelle ist rund um die Uhr besetzt: 0211/ 9 39 40 40, cybercrime.lka@polizei.nrw.de

600 Firmen meldeten sich im vergangenen Jahr bei der neu eingerichteten Stelle. Im konkreten Fall, aber auch bei Verdacht krimineller Angriffe auf Firmencomputersysteme, werden diskret die ersten Schritte zur Strafverfolgung und gleichzeitig die Abwehr von Cyberangriffen eingeleitet.

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