Das Wichtigste ist die Präsenz bei den Menschen

Paul Wagener wurde 2009 als parteiloser Einzelbewerber zum Bürgermeister gewählt. Jetzt bewirbt er sich für eine zweite Amtszeit.

1 Wie geht’s Ihnen nach fünfeinhalb Jahren Amtszeit als Bürgermeister?

Die Arbeit macht mir großen Spaß, für mich ist das eine spannende Zeit. Anders als im Ministerialdienst ist man den Empfindungen und Emotionen der Menschen unmittelbar ausgesetzt. Dadurch habe ich sehr viel gelernt über Sachzusammenhänge, Menschen und Kommunikation. Das Wichtigste ist die Präsenz bei den Menschen.

2 Wie hat sich die Zusammenarbeit mit dem Rat gestaltet, in dem sich sehr früh eine Mehrheit gegen Sie formiert hat?

Das war in der Tat eine Herausforderung. Von den Grünen und der FDP, die meine Wahl unterstützt hatten, bin ich politisch enttäuscht. Dennoch habe ich die Ziele, die ich hatte, erreicht: auch gegen Widerstände die Gründung der Sekundarschule, die Planung der Windkraft-Vorrangzonen und die Beschlüsse zur Rekommunalisierung des Stromnetzes, Kostensenkungen beim Straßenbau K11/Werthenbach. Darüber hinaus haben wir Runde Tische für die Belange der Menschen mit Behinderung, für die Betreuung der Flüchtlinge und für die Breitbandversorgung installiert.

3 Was wird neu, wenn Sie wiedergewählt werden?

Das Leitbild der Stadt wird die Blaupause für den Prozess sein, den ich mit den Bürgern gemeinsam gestalten werde. Wir sind auf dem Weg zu einem familienfreundlichen Industriestandort im Grünen. Wir stehen in der Konkurrenz mit anderen Kommunen und vor den Herausforderungen der demografischen Entwicklung. Ich werde versuchen, eine Handwerks- und Industriemesse zu etablieren, in der Netphener Unternehmen sich präsentieren, und dabei die Uni einbeziehen. Viele Projekte aus der Leader-Bewerbung werden wir weiterverfolgen, auch wenn wir nicht den Zuschlag bekommen haben – das entstandene Netzwerk besteht pber den Tag hinaus, auch davon werden wir profitieren. Auch den zweiten Discounter für die Stadtmitte habe ich nicht aufgegeben: Der neue Rat ist nicht mehr der alte Rat.