Das Bedürfnis, Nachrichten mit Bildern zu belegen

Die Bilder, die im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Charlie-Hebdo-Redaktion in Paris kursieren, zeigen teilweise massiven Gewalteinsatz. „Medienethisch ist das fragwürdig“, sagt Prof. Dagmar Hoffmann vom Lehrstuhl für Medien und Kommunikation der Universität Siegen.

1 Wieso sind Nachrichtenbilder oft so gewalthaltig?

Menschen haben ein Bedürfnis, dass Nachrichten mit Bildern unterlegt werden. Wir sind immer stärker so geprägt: Damit wir uns selbst ein Bild machen können. Medienethisch beäugen wir als Wissenschaftler die Art und Weise aber kritisch. Journalisten haben da Verantwortung – beispielsweise sind Bilder von Gewalt besonders schlimm für die Angehörigen der Opfer.

2 Wie wirken solche Bilder auf Außenstehende?

Das ist sehr unterschiedlich – je nachdem, wie man involviert ist. Manche Ereignisse sind nah, andere fern. Der Betrachter muss sich selbst dazu positionieren: Was habe ich mit diesen Personen zu tun? Das hängt mitunter von der eigenen Persönlichkeit ab. Je mehr man mit solchen Bildern konfrontiert wird, umso eher kann es einen Abstumpfungseffekt geben.

3 Brauchen Kinder Hilfe bei der Verarbeitung solcher Eindrücke?

Kinder sollte man damit nicht alleine lassen, sondern auf jeden Fall mit ihnen darüber reden. Solche Bilder können durchaus verängstigend und traumatisch sein, wenn sie nicht eingeordnet werden. Dafür sollte man Anlässe schaffen, beispielsweise in der Schule. Kinder müssen auch lernen, dass es einen Unterschied zwischen realen und fiktiven Bildern gibt.