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Jahresempfang

Dankbarkeit und Zukunftsangst

16.02.2016 | 08:00 Uhr
Dankbarkeit und Zukunftsangst
Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers (r.) zeichnete drei verdiente Bürger aus.Foto: Michael Kunz

Niederdresselndorf.   Nachdenkliches und Buntes beim Burbacher Jahresempfang im Hickengrund

Über zahlreiche Gäste freute sich Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers beim Jahresempfang, zu dem die Gemeinde in die Hickengrundhalle eingeladen hatte. Dort erwartete die Gäste nicht nur ein buntes Programm, sie konnten die diversen Beiträge auch durch die neu installierte Präsentations- und Tontechnik noch besser genießen.

Dazu gehörten Auftritte der „Männerstimmen Hickengrund“ und des „Singkreises Hicken­grund“ sowie Tanzbeiträge aus den Reihen des TV Holzhausen. Auf der neuen Leinwand der Halle wurde erstmals öffentlich der neue Imagefilm über Burbach gezeigt, der künftig auf der Internetseite abrufbar sein soll.

Gesellschaftlicher Einsatz

Nachdenkliches gab es schon bei der Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister und Niederdresselndorfer Ortsvorsteher Rudi Georg. Zunächst freute auch ihn die große Resonanz auf die Einladung zum Jahresempfang, ein klarer „Beweis für Ihre Verbundenheit mit der Gemeinde“ und den herausragenden gesellschaftlichen Einsatz in Burbach.

Georg äußerte zugleich seine Besorgnis über die „Anti-Stimmung“, die in den vergangenen Monaten „scheinbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ sei, und hoffte, dass am Ende die Vernunft doch noch über den Egoismus siege. Etwas allgemeiner warnte Pfarrer Rainer Heuschneider als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde vor zu viel Stress und Rastlosigkeit im Leben. Viele Menschen engagierten sich neben einem ausgefüllten beruflichen und privaten Dasein noch ehrenamtlich, mancher leide dadurch aber auch unter einer Dauererschöpfung.

Groteske Gegensätze

Andererseits begrüßte der Geistliche, dass es in der Flüchtlingshilfe und auch in seiner Kirchengemeinde neue Gesichter unter den Aktiven gebe, dass sich das Klischee von den immer gleichen Personen, die sich engagierten, ab und an auch durchbrochen werden könne.

Wie wichtig das Mitwirken aller vor Ort zur Stärkung einer lebendigen Gesellschaft sei, war schließlich ein zentraler Punkt in der Rede des Bürgermeisters. Christoph Ewers nutzte die Gelegenheit zu einem Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate in Burbach, kam aber wenig überraschend ebenfalls auf die Stichworte Flüchtlinge, Angst und Zukunftssorge zu sprechen. Er ging auf die „fast grotesken“ Gegensätze ein, die zwischen einem enormen wirtschaftlichen Wohlstand der Deutschen, für den sie „eigentlich zutiefst dankbar und zufrieden sein könnten“, und den sozialen Spannungen durch die Flüchtlingsthematik entstanden seien.

Die Wahl der AfD oder die Teilnahme an Pegida-Veranstaltungen verteidige jedenfalls die wichtigen christlichen Werte der deutschen Gesellschaft nicht. Das geschehe durch das Engagement vor Ort, werteorientierte stabile Gemeinschaften und gefestigte Persönlichkeiten, die dort wirkten. In diesem Sinne konnte er mit Werner Kreutz (Vorsitzender des Heimatrings Burbach), Christian Thuß (unter anderem Leitung Förderkreis Alte Schule Holzhausen) und Klaus-Dieter Gläser (Ehrenmitglied des Rates) drei verdiente Bürger mit der Ehrenmedaille der Gemeinde in Silber auszeichnen.

Michael Kunz

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2016-02-16 08:00
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