Damoklesschwert hängt wieder etwas höher

Stadt und Sportpark verhandeln weiter über den Übergang des Freizeitpaks in städtische Regie.Foto:Steffen Schwab
Stadt und Sportpark verhandeln weiter über den Übergang des Freizeitpaks in städtische Regie.Foto:Steffen Schwab
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Netphen..  Die Verhandlungen über die Zukunft des Sportparks laufen weiter. Die ­Voraussetzung dafür, dass das überhaupt möglich ist, hat der Rat am Donnerstag in nicht öffentlicher Sitzung geschaffen: Die seit 2012 ausbleibenden Pachtzahlungen in Höhe von jährlich 30 000 Euro sind nicht mehr zum 31. Mai „fällig gestellt“. Die sonst zwangsläufige Insolvenz der aus den Reihen der Eissportvereine gegründeten Gesellschaft ist somit bis mindestens Ende Oktober abgewendet. Außerdem sagt die Stadt den Vereinen zu, dass auch ein neuer Gesellschafter die Eisanlagen weiterbetreibt, solange Dachhaut und Technik halten — eine Voraussetzung dafür, dass der EHC seine 1. Mannschaft für die nächste Saison anmelden kann.

Seit Ende März steht fest, dass Stadt und Sportpark Siegerland (SPS) sich annähern wollen, indem die Anlagen schrittweise in die Regie der Stadt übergehen: zum Ablauf der Eissaison Ende März 2017, war zunächst als Kompromiss zum regulären Vertragsende 2019 verabredet worden. Im politischen Raum steht die Forderung, den Vertrag schon bis Ende März 2016 abzuwickeln.

Idee: Gemeinsame Holding

Die Stadt Netphen will den Sportpark mit Eisstadion, Fitnessstudio, Soccer- und Tennisplätzen von ihrer Freizeitpark Obernautal GmbH (FON) führen lassen; deren Geschäftsführer Bernd Wiezorek hat inzwischen Pläne vorgelegt, wie die FON, die das benachbarte Freizeitbad betreibt, den Betrieb integrieren kann. Abstand genommen hat die Stadt inzwischen von der Vorstellung, SPS und FON einfach zu verschmelzen. Beide Standorte sollen auch künftig zu getrennten Gesellschaften gehören — wohl mit dem Hintergedanken, das Bad aus einem etwaigen Strudel herauszuhalten, wenn sich das städtische Eis-Engagement zum wirtschaftlichen Desaster entwickelt. Gedacht ist daran, FON und SPS unter das Dach einer gemeinsamen Holding zu bringen. In die SPS würde dann die FON als (Mehrheits-)Gesellschafter eintreten.

Dem Übergang vorangehen soll ein Kassensturz, dessen Ergebnis nicht absehbar ist: Längst hat die SPS ihre Gegenrechnung aufgemacht, mit der sie die Pachtforderungen der Stadt mehr als neutralisiert — einen Kündigungsgrund für den Pachtvertrag hätte die Stadt dann nicht mehr. Außerdem muss die Stadt damit rechnen, dass die SPS-Gesellschafter Entschädigung für geleistete Investitionen verlangen.