Chronik über Weidenau in Arbeit
25.04.2008 | 16:39 Uhr 2008-04-25T16:39:00+0200In diesem Jahr wird in Weidenau der 675. Geburtstag mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Anlässlich dieses „Geburtstages” haben sich neun gestandene „Wierenäuer” zusammen gefunden, um eine Ortsteilchronik zu erstellen.
In einem Kurs der Volkshochschule trifft sich die Gruppe nun im dritten Semester einmal in der Woche in den Räumen der Stadtbibliothek. Leiter dieses Kurses ist Dr. Bernd Plaum. „Das hat den Vorteil, dass wir viele Informationen sofort im Stadtarchiv beziehen können”, so Plaum. Es war der Leiter des Stadtarchivs, Ludwig Burwitz, der den Interessierten das Angebot machte, im Besprechungszimmer ihre Recherchen zu führen. Viele Informationen sind bereits gesammelt; aber vieles ist noch zu tun. Jeder Einzelne hat sich ein spezielles Arbeitsgebiet gegeben. Karl-Heinz Nöh und Rudi Heß haben sich die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde in Weidenau vorgenommen. Ein 32-seitiger Entwurf liegt auf dem Tisch, der nun besprochen werden soll. „Aber”, sagt Karl-Heinz Nöh, „diesen Entwurf werden wir unserem ehemaligen, langjährigen Pastor Horst Lindenschmidt zur Prüfung vorlegen.” Für das Thema katholische Kirche ist Veronika Hellwig verantwortlich. Manfred Hofmann kümmert sich um das Thema Postwesen. „Entstanden ist ein spannender, postgeschichtlicher Überblick bis hin zur Postfiliale”, erklärt Manfred Hofmann – als leidenschaftlicher Briefmarkensammler für diese Thematik der richtige Mann. Eine umfangreiche Ausarbeitung legt Traute Fries vor. Sie hat sich mit der Eingemeindung und Kommunalen Neugliederung auseinandergesetzt. Ein gewichtiges Thema ist natürlich die Uni auf. Brigitte Eger-Kahleis stellt die Bedeutung und die Wirkung für die gesamte Region in ihrer Arbeit heraus. „Weidenau wurde bis ins 19. Jahrhundert von der Landwirtschaft dominiert”, hat Helmut Peter bei seinen Recherchen herausgefunden. „Erst dann setzte die Industrialisierung ein.” Bei dem Nachschlagewerk wollten sich die Beteiligten überwiegend auf die letzten 200 Jahre Weidenauer Geschichte beschränken. Doch ganz so eng sieht man das nicht. So hat sich Karlpeter Schlosser mit dem Thema Schule beginnend im 16. Jahrhundert bis zum 1. Weltkrieg auseinander gesetzt. Für die Biografien einzelner Familien sowie die Sammlung historischer Fotos zeichnet Torsten Kirsch verantwortlich. Viel Idealismus gehört schon dazu, ein solches Buch ins Leben zu rufen und auf den Markt zu bringen. „Die Köpfe haben gewaltig geraucht beim Zusammentragen von Daten, Fakten und Bildern”, bringt es ein Teilnehmer auf den Punkt. „Wir brauchen dringend Sponsoren”, so Traute Fries. Unklar ist derzeit, wann die Chronik zur Verfügung steht, wie viele Seiten bedruckt sein werden und wie hoch die Auflage wird. Eines steht bereits heute fest: Es wird in jedem Falle eine spannende und interessante Geschichtslektüre werden.
0mitdiskutieren