Christofferhaus in Siegen ist insolvent

Das Christofferhaus in Siegen
Das Christofferhaus in Siegen
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach Belegungsstopp im Sommer 2014 und sinkender Auslastung befindet sich das Pflegezentrum in finanzieller Schieflage. Ein Sanierungsplan soll helfen.

Siegen..  Das Christofferhaus ist insolvent. „Wir haben am Montag den Beschluss erhalten“, sagte Rainer Monnet, Interimsgeschäftsführer des Pflege- und Begegnungszentrums an der Friedrich-Wilhelm-Straße gestern in einem Pressegespräch. Das Amtsgericht Siegen „stimmt einer Insolvenz in Eigenverantwortung zu“.

Es sei „keine schöne Situation, aber unumgänglich“, betont Monnet. Seit sechs Wochen sei er im Christofferhaus tätig und habe „einige Bemühungen hinter mir, um diese Situation zu vermeiden“. Zwei Gründe vor allem hätten zu der finanziellen Schieflage geführt. Im August 2014 „musste ein Belegungsstopp ausgesprochen werden“. Zu dieser Zeit sei die Kapazität von 96 vollstationären Betten nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet gewesen. Um den Jahreswechsel herum sei dann der Norovirus in der Einrichtung aufgetreten. In der Folge starben mehrere Bewohner – wie viele genau, dazu sagt der Interimsgeschäftsführer nichts.

Auslastung zeitweise zu niedrig

Die Auslastung jedenfalls sank so weit, dass eine Liquiditätslücke entstand. Denn aufgrund des Belegugsstopps war die Aufnahme neuer Bewohner erst ab Ende Januar wieder möglich. Der Belegungsstopp wiederum sei durch Mängel in der Pflege und „strukturelle Führungsschwächen“ begründet gewesen. „Es gibt nicht genügend qualifiziertes Führungspersonal in diesem Bereich. Das ist ein allgemeines Problem“, sagt Monnet – und wird deutlicher: „Es gibt immer weniger Menschen, die bereit sind, für so einen Hungerlohn zu arbeiten.“

Dennoch sei er „zuversichtlich, dass wir das überstehen“. Das „Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung“ sei eine relativ neue Option, „die einem die Chance gibt, das Haus selbst wieder in positives Fahrwasser zu bringen“. Zunächst stehe nun die Erarbeitung eines Insolvenz- und Sanierungsplans an, einschließlich Prüfung von Aspekten wie Wirtschaftlichkeit und Mitarbeiterstruktur.

Verunsicherung abbauen

Seine Zuversicht gründet Monnet unter anderem darauf, dass aktuell 95 der 96 Betten belegt seien: „Das ist der Grund, warum wir überhaupt Mut fassen, dass es weitergehen kann.“ Wichtig, so Monnet, sei gerade, den Menschen und ihren Angehörigen Ängste und Verunsicherung zu nehmen: „Für die Bewohner ändert sich nichts. Dafür, dass sie weiterhin gut und störungsfrei behandelt werden, stehe ich auch gerade.“

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